In dieser an Sensationen wahrlich nicht armen Zeit schlug eine Nachricht dennoch wie eine Sternschnuppe ein: Der schönste Finanzminister, den Österreich je hatte, wird sein Wohnjuwel in der Wiener City nicht los.

416 Quadratmeter mit allem Komfort über den Dächern der Stadt, mehrere Aussichtsterrassen, Schwimmbecken, exklusive Nachbarn, tierliebe Vorbesitzer – das alles zum Schnäppchenpreis von elf Millionen. Die geschmackvolle Einrichtung inklusive.

Da steckt sicher eine Verschwörung aus Politik und Medien dahinter. Wenn es keine wohlfeilen Staatsbürgerschaften mehr gibt, wie soll dann ein rechtschaffener Oligarch in Wien ansässig werden? Wenn die Privatisierungsprovisionen nicht mehr munter sprudeln, dann sind freilich auch elf Millionen eine ganze Stange Geld.

Wenn die lästigen Reporter unentwegt ihre Schauermärchen auftischen, dann lässt sich kaum noch so ein Deal von Stiftung zu Stiftung in Liechtenstein abwickeln. Da sind selbst den Treuhändern die Hände gebunden. Seine Durchlaucht bitten um Verständnis.

Und wenn dann zu allem Überdruss auch noch die Kärntner Hausbank des Freundeskreises gerade ein wenig klamm ist, wer sollte dann dieses schöne Immobiliegeschäft vorfinanzieren? Aber dem Mann muss geholfen werden, das ist die Republik ihrem "Mr Nulldefizit" einfach schuldig.

Sollte sich unter dem Euro-Rettungsschirm kein Plätzchen mehr finden, so muss das Wohnjuwel eben notverstaatlicht werden. Um den Rest kümmert sich dann die neue CSI Penthouse.