Im All den Superhelden spielen zu dürfen scheint eine verlockende Aufgabe. Bruce Willis rettet im Weltraumdrama Armageddon die Erde, indem er einen auf sie zurasenden Asteroiden mit einer Atombombe zerstört – und dabei sein Leben lässt.

Die Möglichkeit, mit einem außerirdischen Kamikazeflug Unsterblichkeit zu erlangen, wird in diesen Tagen auch fernab von Hollywood diskutiert. Alternde Ex-Astronauten treibt nach der Landung von Curiosity die Frage um, ob sie sich auf einen One-Way-Flug zum Mars begeben würden. Ohne den aufwendigen Rückflug wäre es möglich, schon in wenigen Jahren Forscher auf dem Mars abzusetzen.

Der deutsche Raumfahrer Thomas Reiter wendet sich im Magazin Focus gegen den möglichen Heldentod. Aus ethischen Gründen hält er es für ausgeschlossen, Menschen auf den Mars zu schicken, ohne sie zurückholen zu können. Anders sein Schweizer Kollege Claude Nicollier. Er hätte kein Problem damit, sein Leben in einem marsianischen Wohnmodul zu beenden. "Wir wissen, dass unsere Lebenszeit irgendwann abläuft. Ob das auf der Erde passiert oder auf dem Mars, macht keinen großen Unterschied", verriet er dem Schweizer Tages Anzeiger. "Natürlich würde ich das nicht tun, wenn ich 20 Jahre alt wäre."

Claude Nicollier ist 67 Jahre alt. Der 54-jährige Reiter scheint in anderen zeitlichen Horizonten zu denken. Ihm ist vermutlich nicht verborgen geblieben, wie schnell der Ruhm des Weltraumhelden Willis verblasst ist. Monate nach dem Filmstart wurde er für seine Armageddon- Rolle mit der Goldenen Himbeere als schlechtester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Grund dafür: das miserable Drehbuch.

Dies sollte wagemutigen Astronauten eine Lehre sein. Auf dem sterbenslangweiligen Mars Jahre vor sich hin zu siechen liefert kaum den Stoff für ein erfolgreiches Heldenepos.