Seine Karriere? "Ein Ergebnis von Vetternwirtschaft", sagt er gern mit viel Understatement. Das macht ihn ebenso sympathisch wie sein Lächeln und sein großes Engagement für bedürftige Kinder. Eine freundlichere Formel wäre wohl: Familienbande. Denn tatsächlich stand, pardon, lag er im Windelalter bereits vor einer Kamera. Seine Mutter, Schauspielerin, drehte einen Film, in dem er und der ältere Bruder mitspielen durften. Zwei Monate später schleppte ihn Daddy, gleichfalls Schauspieler, erstmals in eine Kinovorstellung. Und kaum dass er laufen konnte, brachte ihm der Vater das Reiten bei: "Ich glaube, ich konnte erst reiten, dann meine Schnürsenkel zubinden." Die Mutter wiederum spielte täglich "Tu-so-als-ob-Spiele" mit den Kindern, in denen sie ihre Jungs in viele Rollen schlüpfen ließ. Was hätte er bei so viel Frühförderung anderes tun können, als in die Fußstapfen der Eltern zu treten? Gleichwohl gelingt ihm das auf eigene Art – und je älter er wird, desto unverwechselbarer und lässiger wirkt er auf der Leinwand. Dabei wollte er sich nie festlegen lassen auf einen bestimmten Typus (ein Problem, mit dem sein Vater kämpfte), spielte alles "vom psychopathischen Mörder bis zur romantischen Hauptfigur" – aber nur "Filme, die ich selbst gern sehen würde". Dass er so wählerisch sein kann, verdankt er den frühen Erfolgen, die ihm neben einem Finanzpolster die erste Preisnominierung bescherten, Dutzende sollten folgen. Doch am meisten mag ihn freuen, dass es ihm gelang, eine zweite, ja dritte künstlerische Karriere hinzulegen.

Mit seiner Frau, einer Fotografin, teilt er seit Jahrzehnten Tisch, Bett und die Liebe zu Bildern. Seine größte Leidenschaft aber ist die Musik. "Als Teenager wollte ich Rockmusiker werden", hat er mal verraten. Gitarre und Klavier sind seine Instrumente. Nicht zu vergessen die eindringlich sanfte Stimme – der Vater gab ihm einst den goldenen Tipp, sich selber beim Reden oder Singen ganz genau zuzuhören. Und wenn er dann Musik macht, ist er "der selbstvergessenste Schauspieler, der je gelebt hat", wie eine Kritikerin schrieb. Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 33:

Artemisia Gentileschi (1593 bis 1653?) lebte nach ihrer Heirat mit Agostino Tassi in Florenz , wo sie mit den Medici, Galileo Galilei u. a. verkehrte; als erste Frau wurde sie Mitglied der Accademia delle Arti del Disegno. Das berühmteste ihrer Frauenporträts ist ihre Darstellung der Judith, die Holofernes enthauptet