Was in der Wirtschaft gut funktioniert, so dachte er sich einst, kann im Fußball so falsch nicht sein. Daher kaufte er sich eine Mannschaft zusammen, so wie sich ein moderner Autobauer von überall her die Teile holt, die zur hauseigenen Modellphilosophie passen. Dieser zwingenden Logik folgend, setzt er nun den nächsten Schritt.

Was im Fußball funktioniert hat, na ja, zumindest so lala halt, muss auch in der Politik von Erfolg gekrönt sein. Wieder soll ein Team zusammengestellt werden, das in der ersten Liga der österreichischen Politik ganz vorn mitspielen will. Dabei gilt es, wie im Fußball, die unmittelbaren Konkurrenten durch Transfers zu schwächen, die eigenen Schlüsselpositionen mit fremden Spitzenkräften zu besetzen.

Die bisher erfolgten Verpflichtungen sind zwar noch keine wirklichen Verluste für ihre Stammvereine, doch das kann sich schnell ändern. Vielleicht liest man bald, dass der Kanzler für eine Rekordsumme zum Team Stronach wechselt. Welche Hilfe für seinen finanziell angeschlagenen Exklub! Doch damit nicht genug, auf der rechten Flanke soll der Hakenkönig aus der Opposition gegnerische Abwehrreihen austanzen.

Ein sehr riskantes Engagement, denn die unberechenbare Offensivkraft begibt sich gern ins Abseits und läuft zudem stets Gefahr, wegen sogenannter Blutgrätschen des Spieles verwiesen zu werden. Der Vizekanzler wiederum wird als seriöse Variante für das passive Mittelfeld gehandelt. Seine Stärke: Spielverzögerung.

Im Tor braucht es hingegen einen beinharten Verhinderer, und dafür kommt wohl einzig der bullige Chef der Beamtengewerkschaft infrage. Im Sinne von Quote und Gleichbehandlung sind in diesem Aufgebot auch starke Frauen vertreten. Angeblich stehen momentan gleichzeitig die Grünen-Chefin und die Finanzministerin auf der Wunschliste.

Da die beiden allerdings im Spielaufbau nicht harmonieren, lässt dies auf zwei taktische Varianten schließen, die wahlweise zum Einsatz kommen: bauchfrei oder skrupellos. Offen bleibt der Name der Mannschaft. Dreamteam Austria und Eintracht Frank galten lange als Favoriten. Doch das Rennen wird wohl Wacker Strohsack machen.