Das Taufbecken der Blankeneser Kirche: Wie ein Zauberkessel aus ferner Zeit steht es auf seinen drei Beinen. Die Inschrift können auch geübte Lateiner nicht gleich entziffern – sie ist spiegelverkehrt. Eine Panne aus dem Jahr 1250. So alt, so schräg, so toll!

Die Gegengerade im Millerntorstadion: Hier (und nicht etwa bei den Ultras in der Südkurve) bekommt man hautnah mit, wie die Stimmung im Stadion ist. Hier meckern die Fans. Hier schweigen sie bedrückt. Oder sie flippen aus. Mit etwas Glück kriegt man am Spieltag noch eine Karte.

Kilimanschanzo: Wer in Hamburg die Berge vermisst, der geht in den kleinen Park hinter der Roten Flora im Schanzenviertel. Dort wurden die Außenwände eines alten Bunkers zu Kletterwänden umfunktioniert. Von April bis Oktober gibt es jeden Sonntag von 15 bis 17.30 Uhr offenes Klettern für Kinder und Erwachsene unter professioneller Anleitung. Weil’s immer voll ist: Früh da sein!

Bei Friedrich Jürges in der Schanzenstraße 32 kaufen seit Menschengedenken Köche und Fleischer ihre Messer ein – und andere Leute, die wissen, dass man ohne scharfe Klingen nicht kochen kann. Besser und billiger als jeder Szene-Küchenaccessoire-Laden.

Der Römische Garten am Elbwanderweg: Das "Heckentheater" genannte Amphitheater aus Rasen, dazu die präzis gestutzte Girlandenhecke, ist im Sommer ein perfekter Picknickplatz und im Novembernebel ein nahezu mystischer Ort. Dazu der Blick über den Strom hinweg ins Alte Land – zum Niederknien romantisch. (Falkensteiner Ufer 300, Blankenese)

Palais XIII: Weiße, handgefertigte Porzellanvasen, die aussehen wie aus Seidenpapier gefaltet, stehen auf alten Holzschemeln. Oder schweben sie? In diesem verwunschenen Laden tummeln sich Gobelinrehe, Porzellanhirschkäfer und Libellenbriefbeschwerer. Ein fabelhafter Ort.

Schuppen 50A: Ein Museum von Hafenarbeitern, im Freihafen gelegen, in Eigenregie aufgebaut, voller Utensilien aus einer Zeit, als noch nicht alles in Container verpackt und verschifft wurde. Die ehemaligen Hafenarbeiter führen die Besucher herum, zeigen alte Schiffe, Schlepper, Schwimmbagger. Fotoapparat nicht vergessen!

Zum Silbersack: Als Erna Thomsen, die legendäre Wirtin des Silbersacks, Ende Mai starb, sah es so aus, als würde sie ihr Lebenswerk mit in den Himmel nehmen. Aber die Kneipe in der Silbersackstraße 9 wurde gerettet und blieb uns erhalten, eine zahnsteingelbe, verrauchte Heimat, in der das Bier nur 1,90 Euro kostet und die Musikbox niemals stillsteht.