Man hat allmählich das Gefühl, alles über Massentierhaltung zu wissen, was es zu wissen gibt. Es werden zu viele Tiere auf zu engem Raum gehalten, sie entwickeln Aggressionen und Krankheiten. Sie sind überzüchtet, haben ein kaputtes Skelett, wachsen zu schnell, leben zu kurz. Das einzelne Tier ist nur eine Stelle weit hinterm Komma der Unternehmenszahlen, als Lebewesen ist es nichts wert.

Aber wie wenig so ein Leben wert ist – also da hat die Tierindustrie doch noch ein paar Überraschungen auf Lager. Die vergangenen Tage waren heiß, das haben auch wir Menschen gemerkt, aber die Tiere noch deutlicher. Hühner, zum Beispiel, können nicht schwitzen. Sie stellen die Flügel auf, um mehr Luft an den Körper zu lassen. Wie Hunde hecheln sie durch den Schnabel, doch das hält ihr Kreislauf nur wenige Stunden durch. Und diese Abkühlung funktioniert auch nur, wenn die Luft nicht zu feucht ist. Ab einer gewissen Sättigung findet keine weitere Verdunstung mehr statt.