Die Deutsche Bank baut um. Hohe Risiken für hohe Margen einzugehen, das will sie nicht mehr. Lieber gibt sie sich mit weniger zufrieden. Weniger Spekulation. Weniger Gewinn. Weniger Bonus.

Wer daraus schließt, die hartgesottenen Finanzmanager hätten sich grundlegend geändert, der irrt. Tatsächlich hat die Deutsche Bank von früher, die mit viel Kredit und wenig Skrupeln operierte, keine Zukunft. Sowohl der Staat als auch Investoren verlangen von ihr mehr Sicherheit. Und Sicherheit heißt in diesem Gewerbe vor allem mehr eigenes Kapital. Auch die Zockerei im eigenen Haus muss die Bank eindämmen, weil sonst die Zwangsteilung in ein normales Bankhaus und ein Investmenthaus droht.

Es ist also Kalkül, das die Frankfurter Chefs um Anshu Jain und Jürgen Fitschen umsteuern lässt. Schon ihr Vorgänger, Josef Ackermann, erklärte, wo es langgeht. Das große Wachstum können hiesige Banken zu Hause nicht mehr erwarten. Sie müssen daher alles, was sie tun, auf Effizienz trimmen. Neue Milliarden werden vor allem in Schwellenländern von China bis Brasilien bewegt, und deshalb muss jeder Erdteil und jedes neue Geschäftsfeld besetzt werden, sofern das den Ruf zu Hause nicht gefährdet.

Man kann dem Nachfolge-Duo für all das nur Glück wünschen. Von den Politikern, mit denen die Bank hinter den Kulissen für eine möglichst schonende Regulierung ringt, muss man dagegen erwarten, dass sie sich nicht einwickeln lassen.

Zwar wird es härter für die Banker, viel zu verdienen. Aber dadurch werden sie nicht weicher. Gut, dass Deutschland ein Geldhaus von Weltrang hat. Besser noch, wenn wir gut darauf aufpassen.