ZEITmagazin: Herr Gindullis, was ist der größte Fehler, den man machen kann, wenn man sein Geld damit verdienen will, dass andere Leute zusammen Spaß haben?

Heinz Gindullis: Der größte Fehler, den du als Gastgeber machen kannst, ist es, Leute zusammenzubringen, die nicht zusammenpassen. Beim Dinner Leute um einen Tisch zu setzen, die nicht miteinander können, da läuft gar nichts mehr. Man muss immer einen gemeinsamen Nenner finden bei der Auswahl der Gäste.

ZEITmagazin: Ich dachte immer, wir wären alle gelangweilt, weil wir immer mit denselben Leuten am Abendessenstisch sitzen?

Gindullis: Ach was, die Leute wollen es nicht anders. Die Experimentierfreude wird überschätzt. Ich habe schon viele Clubbetreiber und Barbesitzer gesehen, die entweder zu konsequent ihr Konzept durchgezogen haben oder zu sehr geschaut haben, was die Leute wollen, beides funktioniert meist nicht.

ZEITmagazin: Was hat Sie von Erfolg zu Erfolg geführt, seit Sie vor 20 Jahren eine Kellerbar in der Berliner Auguststraße eröffneten?

Gindullis: Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die neunziger Jahre waren die Zeit, wo man alles machen konnte. Jedes zweite Haus war frei, und es gab kaum Konkurrenz. Man brauchte damals kein Geld. Meine Freunde haben mich am Anfang treu begleitet, als Gäste wie als Mitarbeiter.

ZEITmagazin: Sie sind aber schon auch ein Geschäftsmann, der genau auf den Markt schaut. 

Gindullis: Auch nach 18 Jahren bin ich fast immer noch jeden Dienstag und Donnerstag im Club und achte darauf, wie die Atmosphäre ist und was man schöner machen kann.

ZEITmagazin: Früher galt: Hippe Läden brauchten arrogante, unfreundliche Kellner. Ich habe das Gefühl, das dreht sich in Berlin gerade. Je hipper der Laden, desto freundlicher die Bedienung. Freundlichkeit ist die neue Coolness.

Gindullis: Da ist was dran. Berlin ist eigentlich schroff, dafür ist die Stadt bekannt. Vom Taxifahrer bis zum Supermarktkassierer. Dann kamen auch noch diese coolen, arroganten Barkeeper in den Clubs dazu. Und dann hat man festgestellt, dass das ja irgendwie alle machen, und jetzt geht der Trend in die andere Richtung. Plötzlich ist es wichtig, die Leute freundlich zu begrüßen.