"Was braucht der Mensch?", pflegte mein leider verstorbener spanischer Freund Ricardo Calvo, Arzt und Schachmeister, rhetorisch zu fragen, um selber gleich die Antwort zu geben: "Panem et circenses." Nun hätte er auch den Wein hinzufügen können, besonders den aus der Gegend um das nordspanische León: "Tierra de León". Dort fühlte er sich immer wohl, selbst als ihm eine schwere Erkrankung schon sehr zusetzte.

Viele Jahre kümmerte er sich um die Öffentlichkeitsarbeit bei den Schachwettkämpfen, die Jahr für Jahr die stärksten Spieler der Welt herbeilocken. Heuer, beim immerhin schon 25. Mal, trafen der bulgarische, indes in Salamanca lebende Ex-Weltmeister Veselin Topalov und der spanische Spitzenspieler Francisco Vallejo aufeinander. Und es sollte ein Lichtblick in dieser für Spanien so schweren Zeit werden, in der weder Brot noch Spiele mehr eine Selbstverständlichkeit sind und leider auch von der öffentlichen Hand unterstützte Schachturniere sich rarer machen.

Überraschend gewann "Paco" den Schnellschach-Wettkampf mit 3,5:2,5 Punkten, wobei über 200 Zuschauer seinen Sieg vor Ort verfolgten, obwohl zeitgleich Nadal die French Open und Spanien gegen Italien bei der Fußball-EM gewann – allerdings konnte man zwischen den Springer- und Läuferzügen dies auch auf großen Bildschirmen verfolgen. Der Höhepunkt war die dritte Partie. Wie konnte Paco Vallejo als Weißer mit einer herrlichen Kombination und einem "Bombenzug" sofort gewinnen?

Lösung aus Nr. 37:

Wie kann der "in den Seilen hängende" Weiße am Zug überraschend selbst mattsetzen? Auftakt ist das Damenopfer 1.Df5+!, um nach 1...Kxf5 die Kavallerie aufjauchzen zu lassen: 2.Se7+! Txe7 (2...Kf6 3.Sxg8+ Kf5 4.Se3 matt) 3.Se3+ Kf6 4.Sxd5+ Kf5 5.Sxe7+ Kf6 6.Sxg8+ Kf5 7.Se7+ Kf6 8.Sd5+ Kf5 9.g4 matt