Der Timex Ironman Global Trainer ist ein Messinstrument für die Härtesten und Besten. Für jene, die es schaffen, 3,8 Kilometer zu schwimmen, erst 180 Kilometer Rad zu fahren und danach noch einen Marathon zu laufen. Oder für jene, die davon träumen.

Mir fehlt der eiserne Wille. Meine Geschwindigkeit beim Joggen liegt nur knapp über dem, was in verkehrsberuhigten Zonen als Schrittgeschwindigkeit gilt. Beim Radfahren in der Stadt kann man nicht vorsichtig genug sein. Und Schwimmen hat für mich weniger mit Leistung zu tun als mit fließenden Bewegungen.

Ich schwimme im Sacrower See bei Potsdam von der nördlichen Badestelle in Groß Glienicke zum Südufer in Sacrow. Dieser See hat mich gerettet, vor 15 Jahren, als ein Bandscheibenvorfall mich niedergestreckt hatte. Ein Arzt riet mir: "Gehen Sie schwimmen. Rückenschwimmen. Aber nicht im Freibad, da verkrampfen Sie nur. Fahren Sie raus an einen See." So kam ich hierher, beinahe täglich. Und schwamm und schwamm und schwamm.

Es braucht ein paar Minuten Geduld, ehe das Gerät einen GPS-Satelliten gefunden hat. Man kann sich in den Untermenüs dieses Kleincomputers verirren, Durchschnittsgeschwindigkeiten, Pulsraten, Kalorien vergleichen, umfangreiche Tabellen speichern und analysieren.

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Heute kraule ich, doch das wird keine Jahresbestzeit. In der Mitte des Sees lasse ich mich in Rückenlage treiben. Stille. Die Welt ist weit weg. Flugzeuge zeichnen lange Kondensstreifen in den Himmel. Von der Internetseite des Angelvereins weiß ich, dass unter mir Hechte, Barsche und bis zu 30 Kilo schwere Karpfen leben. Gesehen habe ich sie noch nie. In dem kalkhaltigen Wasser verschwinden die Fächer der Sonnenstrahlen nach ein, zwei Metern im Dunkeln.

Auf Höhe der Badestelle Sacrow, mitten im Wald. Teenager paddeln auf Luftmatratzen. Weiter hinten springen Jungs von einem Baum ins Wasser. Erste Seegrundstücke, die Häuser kaum sichtbar zwischen den Bäumen. Noch ein paar Züge, dann setze ich meine Füße in den weichen Sandboden. Aus den 2800 Metern Luftlinie sind 3021 Zickzack-Meter geworden. Die Zeit: 1:04:18. Vorher wusste ich nur, dass es ungefähr eine Stunde dauert und ich hinterher drei Stunden lang Panda-Augen von der Schwimmbrille habe. Letzter Blick auf den See im Nachmittagslicht. Ich hoffe, wir sehen uns noch einmal, ehe der Herbst kommt.

Technische Daten

Trainingsuhr mit GPS und Brustgurt zum Messen der Herzfrequenz, einfarbiges, beleuchtetes Display mit vier Datenfenstern, Speicher: 20 Trainingseinheiten, Akkulaufzeit: circa 15 Stunden, Basispreis: 349 Euro

Ralph Geisenhanslüke ist Autor der ZEIT