Suchen, schwaches Verb: Es irrt der Volksmund, wenn er meint: "Wer suchet, der findet." Es sind einfach zu viel Suchende unterwegs, die schon qua Masse verhindern, dass dieser Satz zutreffen könnte. Die Suchenden unterteilen sich in zwei Gruppen: Jene, die finden wollen, und jene, die sehr findig sind, um nichts finden zu müssen. Wobei Suche nicht gleich Suche ist.

Wenn beispielsweise unter einer unscheinbaren Oberfläche nach Verborgenem gesucht wird, so spricht man von Untersuchung. Oberhalb der Oberfläche zu suchen ist überflüssig, weshalb sich der Begriff Übersuchung semantisch nie durchsetzen konnte. Die Untersuchung hingegen splittert sich in weitere Teilgebiete auf.

Ein besonders bedeutsames rührt daher, dass in einem Produktionsprozess Fehler passieren und Fehlproduktion oder besser Ausschuss abfällt, der seinen ihm zugedachten Zweck nicht hinreichend erfüllen kann und daher Fehlerkosten verursacht, die häufig von dem gesamten Kollektiv getragen werden müssen.

Um den Fehlerkoeffizienten genauer definieren zu können, bedarf es einer sogenannten Ausschussuntersuchung. Hierzu sind uneigennützige Experten vonnöten, deren Aufgabe es wäre, etwas zu finden. Die Wahrheit zum Beispiel. Die ist aber ein verspieltes Wesen und versteckt sich leidenschaftlich gern hinter Floskeln.

Verständnisvoll beteiligen sich die selbstlosen Fachleute an diesem Spiel und tun nur so, als suchten sie. Das ist amüsant anzusehen, aber im Grunde ist damit die Ausschussuntersuchung auch schon beendet. Manchmal jedoch sind die Mängel so grob, dass es sich nicht mehr um normale Fehlproduktion handelt – sondern um den gefürchteten Unterausschuss.

Um Schlimmeres zu verhindern, gilt es, diesen schnellstens zu entdecken, mittels einer Unterausschussuntersuchung. Wirklich problematisch wird es, falls auch diese zu nichts führt. Dieses Worst-Case-Szenario nennt man Untersuchungsausschuss. Auf diesem semantischen Pfad gelangt der Begriffssucher in das Parlament. → Koalition, Große.