Dass das Verdrängte unerledigt wiederkehrt, ist ein aus der Psychoanalyse bekannter Phänomen, das nun auch bei den Grünen auftritt. Die Grünen halten sich viel zugute auf ihre Kultur der Frauenförderung: KandidatInnen-, ja selbst RednerInnenlisten sind quotiert, wichtige Parteiämter werden traditionell doppelt besetzt, nur Joschka Fischer war sozusagen eine übergeschlechtliche Notwendigkeit.

Das konnte auf die Dauer nicht gut gehen. Nun kehrt das Verdrängte zurück – in Gestalt von Thomas Austermann, Patrick Held, Nico Hybbeneth, Roger Jörg Kuchenreuther, Alfred Mayer, Markus Meister, Friedrich Wilhelm Merck, Hans-Jörg Schaller, Franz Spitzenberger, Werner Winkler und Peter Zimmer. Elf grüne Männer, die alle Spitzenkandidaten der Grünen werden, also die Rolle einnehmen wollen, die darin besteht, nach der Bundestagswahl 2013 nicht Kanzler zu werden, es vorher aber rein theoretisch werden zu können.

Gäbe es nicht Claudia Roth, Renate Künast und Katrin Göring-Eckardt, dann könnte man sagen: Keine Frau ist dumm genug, einen solchen Job zu wollen. Da es die drei aber gibt, und da Jürgen Trittin keine übergeschlechtliche Notwendigkeit ist, und da es sich hier um die Partei der Grünen handelt, kann man davon ausgehen, dass es am Ende eine von ihnen werden wird. Oder auch zwei.