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Wahrscheinlich sind die Hansestädte schuld, die ihren Beinamen so stolz und selbstverständlich vor den Namen stellen. Das führt irgendwann zu Begehrlichkeiten in anderen Städten, wobei es fast schon überraschend ist, dass es so lange gedauert hat, bis es Nachahmer gab. Den Anfang machten die Universitätsstädte und Europastädte, wobei man die Europastädte schon fragen kann, was das soll, denn welcher deutsche Ort liegt bitte nicht in Europa ?

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Von da an wurde es immer wilder, der Trend ging zum individuellen Beinamen (Zigarrenstadt, Rübchenstadt, Funkstadt). Es ist wie bei den Mittelinitialen in Personennamen: Wer die führt, obwohl sein Name doch unverwechselbar ist, macht sich eher lächerlich. Einem der vielen Neunkirchens in Deutschland könnte man den Beinamen nachsehen, aber eine NRW-Klimakommune Saerbeck wäre eigentlich nicht nötig gewesen. Bestimmt wird als Nächstes die Ironie entdeckt. Die Schlechtwetterstadt Bielefeld könnte den Anfang machen. Oder die Freudenstadt Freudenstadt.

Recherche  Friederike Milbradt