"Haben Sie noch alle Tassen im Schrank?" – Seite 1

ZEITmagazin: Herr Lanz , was würden Sie den zukünftigen "Wetten, dass..?"-Moderator fragen, wenn der zu Gast bei Ihnen in der Talkshow wäre?

Markus Lanz: "Haben Sie sich irgendwann mal die Frage gestellt, ob Sie eigentlich noch alle Tassen im Schrank haben?"

ZEITmagazin: Warum würden Sie das fragen?

Lanz: Weil es mir zunehmend so erscheint, als wäre die Moderation von Wetten, dass..? eine Aufgabe von nationaler Bedeutung. Deutschland diskutiert über die Fußball-Europameisterschaft, die Euro-Krise und dazwischen immer wieder über Wetten, dass..?. Die EM ist leider schon, die Euro-Krise hoffentlich bald vorbei, bleibt noch Wetten, dass..?. Natürlich weiß jeder, dass die Welt ganz andere Sorgen hat. Ich glaube, die Diskussion ist einfach ein Zeichen von Zuneigung: Die Zuschauer mögen die Show nach 30 Jahren immer noch.

ZEITmagazin: Haben Sie noch alle Tassen im Schrank?

Lanz: Ich war zumindest in einem Zustand geistiger Zurechnungsfähigkeit, als ich Ja gesagt habe. Obgleich die Frage mich sehr spät abends erreicht hat.

ZEITmagazin: Wie wird man denn gefragt, ob man "Wetten, dass..?" moderieren will?

Lanz: Nach der Aufzeichnung einer Talkshow habe ich gesehen, dass es mehrere Anrufe in Abwesenheit gab. Es war eine mir bekannte Mainzer Nummer. Ich dachte: Ruf mal lieber nicht an. Als ich nach der zweiten Aufzeichnung dann noch mehr Anrufe in Abwesenheit sah, nahm ich mir vor: Wenn ich im Auto bin, rufe ich zurück. Und dann saß ich da auf dem Rücksitz des Autos, fuhr in Richtung Hotel und dachte: Jetzt musst du erst mal was essen, sonst bist du unterzuckert. Kurz vor elf, als dann eine SMS von Thomas Bellut kam, habe ich mich endlich getraut und zurückgerufen.

ZEITmagazin: Was stand in dieser SMS?

Lanz: "Bitte um Rückruf".

ZEITmagazin: Sie ahnten, was der ZDF-Intendant von Ihnen wollte?

Lanz: Da war er noch Programmdirektor. Und mir war schon klar, dass er mit mir nicht das Wetter der letzten Woche erörtern wollte.

ZEITmagazin: Einige Fernsehkritiker jubelten nicht gerade, als bekannt wurde, dass Sie der neue "Wetten, dass..?"-Moderator werden.

Lanz: Ich fand das Echo im März gar nicht schlecht. Aber ich beschäftige mich auch nicht so viel damit.

ZEITmagazin: Das glauben wir Ihnen nicht.

Lanz: Der Grund, warum ich das nicht tue, ist möglicherweise ein anderer, als Sie vermuten. Ich habe Ursula von der Leyen neulich in der Sendung gefragt, ob es nicht seltsamerweise so sei, dass man im Laufe der Zeit eher dünnhäutiger werde statt dickfelliger. Und sie sagte: Stimmt, man wird eindeutig dünnhäutiger. Ich habe irgendwo mal die schöne Geschichte von Schopenhauer gelesen, der sich über einen Kritiker geärgert haben soll und ihm schrieb: "Sitze gerade auf dem stillen Örtchen und habe Ihre Kritik vor mir. Gleich hab ich sie hinter mir." Heute gibt es das Internet, und es gilt: Die Kritik ist nie hinter dir. Denn das Netz vergisst nie. Deshalb muss man sich vor manchen Dingen schützen, um nicht verbiestert zu werden.

ZEITmagazin: Herr Himmler, wie reagieren Sie als neuer Programmchef des ZDF auf Kritiken wie die im "Spiegel", in der Lanz als "der vielleicht größte Streber im deutschen Fernsehen" porträtiert wurde?

Norbert Himmler: Ich nehme die Kritiken ernst, die nach der ersten Sendung erscheinen und die tatsächlich den Gegenstand fair betrachten.

"Fernsehen soll informieren, fesseln, bewegen, unterhalten"

ZEITmagazin: Der Moderator wird ja auch nicht die einzige Neuerung sein, die man dann kritisieren kann. Was wird anders werden bei "Wetten, dass..?"?

Himmler: Die Kandidaten werden eine größere Rolle spielen. Das Publikum soll erfahren, was sie antreibt, monatelang etwas zu üben. Die Kandidaten haben eine eigene Lounge, in der sie Platz nehmen, und sie werden dort während der ganzen Show dabei sein. Es wird weiterhin prominente Wettpaten geben, die aber stärker gefordert werden als bisher. Alle müssen tippen, ob ein Wettkandidat seine Wette gewinnt. Wenn sie falschliegen, kommen sie um eine Wetteinlösung nicht herum. Und auch Markus Lanz muss ran: bei Stadtwetten oder der "Lanz Challenge", in der er einen Zuschauer aus der Halle zu einer Wette herausfordert.

ZEITmagazin: Sie gehen also davon aus, dass man "Wetten, dass..?" noch erneuern kann?

Himmler:Wetten, dass..? hat einen sehr starken Markenkern, auf den wir aufbauen. Die Wetten, diese unglaublichen, verrückten und immer neuen Herausforderungen, die die Zuschauer schon immer fasziniert haben, sind der Kern der Show. Dennoch wird der Zuschauer feststellen, dass wir die Sendung spürbar verändert haben.

ZEITmagazin: Bei ZDFneo haben Sie bereits bewiesen, dass Sie neues, überraschendes Fernsehen machen können. Was soll Fernsehen?

Himmler: Fernsehen soll informieren, fesseln, bewegen, unterhalten. Ich finde, Fernsehen muss unserer Gesellschaft einen Spiegel vorhalten, es muss Hintergründe erklären, Werte vermitteln. Das geht in den Nachrichten- und Informationssendungen, aber auch in Fernsehfilmen oder Shows. Genauso wichtig ist es, dass alle Sendungen im Fernsehen immer auch unterhaltend sind, dass sie Interesse und Neugier wecken.

ZEITmagazin: Können Sie Ihre Arbeitsweise bei einem kleinen Digitalkanal überhaupt auf das große ZDF übertragen?

Himmler: Beim Aufbau eines neuen Kanals mit einer jüngeren Zielgruppenansprache kann man radikaler vorgehen und schneller agieren als bei einem großen Vollprogramm. Aber natürlich lässt sich auch das weiterentwickeln. Insbesondere tagsüber müssen wir unser Programm durch neue, von der kommerziellen Konkurrenz klar abgegrenzte Formate stärken. Es muss bei der Weiterentwicklung des Programms darum gehen, ein kalkulierbares Risiko einzugehen und eine Balance zwischen starken, lange laufenden Marken und Neuentwicklungen zu schaffen.

ZEITmagazin: Herr Lanz, wenn wir das richtig interpretieren, wird eine Neuerung auch sein, dass Sie Ihre Talkqualitäten einsetzen und sich stärker mit den Kandidaten beschäftigen?

Lanz: Wenn es Geschichten gibt, die es wert sind, erzählt zu werden, werden wir sie erzählen. Ich finde den Kern dieser Idee, die Frank Elstner vor drei Jahrzehnten hatte, nach wie vor packend: Menschen, die eine außergewöhnliche Fähigkeit haben, eine Bühne zu geben, die sie sonst niemals in ihrem Leben haben würden. Fernsehen lebt von solchen Heldengeschichten.

ZEITmagazin: Der ZDF-Intendant rechnet aber nur noch mit acht Millionen Zuschauern.

Himmler: Vor 20 Jahren hatte Wetten, dass..? noch 20 Millionen Zuschauer, aber da gab es auch gerade mal ein Dutzend Sender. Der Fernsehmarkt hat sich verändert, es ist normal, dass auch Wetten, dass..? über die Jahre Zuschauer verloren hat.

Lanz: Trotzdem kann man den Zauber von Wetten, dass..? jetzt nach der Pause wieder beleben, wenn wir es schaffen, die Kandidaten glänzen zu lassen. Dafür muss man sich reinfallen lassen in den Moment und dem Gegenüber das Gefühl geben: Es geht jetzt nur um uns beide. Vergiss alle anderen. Günther Jauch hat diese Begabung.

ZEITmagazin: Gottschalk hat diese Begabung nicht?

Lanz:Thomas Gottschalk ist unschlagbar, wenn es darum geht, Augenhöhe herzustellen. Es ist ja kein Zufall, dass alle "Thommy" rufen, wenn sie ihn sehen. Günther Jauch dagegen siezt man. Er selbst hat mal gesagt: "Mich duzen nur kleine Kinder und Thomas Gottschalk." Bei Letzterem kommt noch dazu, dass er eine raumgreifende Präsenz hat.

"Wenn Thomas Gottschalk redet, dann hört man ihm einfach sehr gerne zu"

ZEITmagazin: Eine Präsenz, die dem Gegenüber den Raum nimmt?

Lanz: Wenn Thomas Gottschalk redet, dann hört man ihm einfach sehr gerne zu. Das heißt aber auch, dass man dann als Gegenüber vielleicht öfter mal die Klappe halten muss, weil es sonst durcheinandergeht. Das ist nicht unhöflich, sondern eher gelebte Physik.

ZEITmagazin: Besprechen Sie sich mit Gottschalk?

Lanz: Er rief mich neulich an, als es diese kleine Verwirrung um einen Interviewsatz gab und der Eindruck aufkam, ich würde ihm vorwerfen, seiner alten Sendung schaden zu wollen. Das habe ich aber nie gesagt, es war einfach ein Missverständnis, wie sich später herausstellte. Ich habe mich über den Anruf wirklich sehr gefreut, und er sagte einen schönen Satz, den ich jetzt unerlaubterweise einfach mal zitiere: "Ich kann schon lange nicht mehr beeinflussen, was über mich geschrieben wird. Aber ich kann beeinflussen, wie ich damit umgehe."

ZEITmagazin: Wussten Sie, dass Sie der älteste "Wetten, dass..?"-Debütant sind? Frank Elstner war 39, Thomas Gottschalk 37 und Wolfgang Lippert 40 Jahre alt, als sie ihre erste Show moderierten. Sie sind 43 Jahre alt.

Lanz: ...und ich komme in meinem hohen Alter als Nachwuchstalent um die Ecke. Da sehen Sie mal, wie dramatisch schnell das mit dem demografischen Wandel geht.

ZEITmagazin: Jeder Zuschauer hat einen "Wetten, dass..?"-Moment, an den er sich erinnert – welches ist Ihrer?

Himmler: Zum Beispiel die Wette, bei der ein Kandidat einen Zauberwürfel blind und unter Wasser lösen musste. Unvergessen ist natürlich auch die Brustmuskelwette.

Lanz: Bei mir ist es die Wette, bei der ein Südtiroler mit der Schaufel eines Baggers ein Feuerzeug angezündet hat. Der Mann ist dort ein Nationalheld. Dann noch der Mann, der in Garmisch mit dem Motorrad die Sprungschanze runter ist. Und Ursula von der Leyen auf dem Arm von Hugh Jackman . Das hatte was: Politiker werden in Zukunft nicht mehr abgewählt, sondern einfach weggetragen.

ZEITmagazin: Werden Sie sich eigentlich auf die Show vorbereiten? Von Gottschalk ist bekannt, dass er das meiste improvisiert hat.

Lanz: Ich gehöre zu denen, die sich die Dinge erarbeiten müssen. Deswegen werde ich mich auch auf die Moderation von Wetten, dass..? gut vorbereiten und mich mit den Biografien derer beschäftigen, die auftreten.

ZEITmagazin: Es gibt diese Weisheit von Rudi Carrell : Man kann nur etwas aus dem Ärmel schütteln, wenn man vorher auch etwas reingetan hat.

Lanz: Das stimmt. Rudi Carrell habe ich einmal an einem Buffet kennengelernt, als ich noch sehr jung war – im Gegensatz zu heute als ältester Wetten, dass..?- Debütant aller Zeiten, worauf Sie mich dankenswerterweise hingewiesen haben. Jedenfalls hat sich der große Rudi Carrell von hinten rangepirscht und nuschelte plötzlich: "Hast du mal ’n Witz?" Er war auf der Suche nach etwas, was er in den Ärmel stecken konnte. Später habe ich erfahren, dass er das bei jedem machte.

ZEITmagazin: Herr Lanz, Herr Himmler, was ist für Sie beide die wahre Währung des Fernsehens? Ist es die Quote? Kritikerschelte? Kollegenlob?

Himmler: Möglichst viele Leute, die am nächsten Morgen sagen: Das war eine gute Sendung.

Lanz: Die Beurteilung vor Erscheinen der Quote. Da sagen die Leute ehrlich, was sie meinen, ohne beeinflusst zu sein.

"Es ist tatsächlich so, dass die Zahl der Lieblingssender geschrumpft ist"

ZEITmagazin: In unserer Titelgeschichte vertreten wir die Meinung, dass das deutsche Fernsehen besser ist als sein Ruf und dass das Problem möglicherweise darin besteht, dass die Zuschauer das gar nicht mehr wissen.

Himmler: Vielleicht ist der Ruf ja auch nicht so schlecht, wie manche Kritiker behaupten. Immerhin schauen ziemlich viele Menschen Tag für Tag ziemlich viel fern. Ich glaube, dass sich das Gute auf Dauer durchsetzt und seine Zuschauer findet. Das dauert manchmal eine Weile, aber irgendwann merken das die Leute. Sie haben recht, es ist tatsächlich so, dass die Zahl der Lieblingssender geschrumpft ist. Obwohl der Fernsehmarkt gewachsen ist. Aber die Zuschauer finden, was ihnen gefällt. Das kann man bei ZDFneo oder ZDFinfo gut beobachten. Der Kuchen wird insgesamt nicht größer, aber es gibt mehr Stücke.

ZEITmagazin: Könnten Sie mal was Gemeines über das Privatfernsehen sagen?

Himmler: Die Pseudoweisheit, nach der der Köder dem Fisch und nicht dem Angler schmecken muss, hat manchen Angler ziemlich tief nach unten gezogen.

Lanz: Stefan Raab sagte vor einiger Zeit: Für eine Sendung wie Schwiegertochter gesucht kommt man in die Hölle. Ich habe bei den Kollegen von RTL viel gelernt, habe dort aber auch manches verzapft. Noch habe ich die heimliche Hoffnung, dass ich mich wenigstens fürs Fegefeuer qualifiziert habe.

ZEITmagazin: Müssen Sie einen Gast retten, wenn Sie merken, dass er sich heillos blamiert?

Lanz: Es geht um das Gespür für die Situation. Manchmal reicht ein kleiner Satz, um das Ganze zu entkrampfen. Kurz vor der Sommerpause hat Karl Dall auf seine unnachahmliche Art in der Sendung den Chauvi gegeben und einen Spruch nach dem anderen rausgehauen. Jutta Ditfurth war auch da, und ich dachte, das könnte gleich Ärger geben. Doch dann sagte Frau Ditfurth: "Ach, Karl, jetzt kloppst du Sprüche, und in Wahrheit bist du seit 30 Jahren mit derselben Frau verheiratet und die treueste Seele unter der Sonne." Damit war jedem klar, dass er nur Spaß machte. Wenn man zulässt, dass es eskaliert, hat man plötzlich eine ganz andere Stimmung im Studio. Man muss wissen, ob man das will. Aber manchmal kann es ganz gut sein, in der Art von Rockstars das Hotelzimmer zu zerlegen – und dann beim Renovieren zu helfen.

ZEITmagazin: Und bei "Wetten, dass..?" lassen Sie aber das Renovieren dann weg?

Lanz: Nee, dafür war die Bühne zu teuer.

Himmler: Markus Lanz hat für sich eine gute Technik entwickelt. Er bekommt oft viel mehr aus seinen Gästen heraus, als das in anderen Talksendungen der Fall ist. Dazu gehören der Einstieg, die Atmosphäre und der Stil der Gesprächsführung.

ZEITmagazin: In Ihrer Sendung haben Sie Charlotte Roche gefragt: Würden Sie jetzt lieber Sex mit mir haben oder reden?

Lanz: Das hab ich gefragt? Das ist ja ’ne mutige Frage. Was hat sie denn gesagt?

ZEITmagazin: " Reden".

Lanz: Puh! Es gibt da ein Missverständnis zwischen Zeitungs- und Fernsehinterviewern: Manche Printjournalisten glauben, dass die berühmte Brecherfrage als erste kommen muss. Doch während ein großes Zeitungsinterview ja manchmal über Stunden geht, haben wir nur 15 Minuten. Deshalb ist es wichtig, eine Atmosphäre zu schaffen, um sich dann vorzuarbeiten zum Kern. Wenn man jemanden gleich überfällt, macht er zu, und die Sache ist gelaufen, weil es bei der knappen Zeit keine zweite Chance mehr gibt.

ZEITmagazin: Bedeutet Atmosphäre schaffen auch, dass Sie etwas von sich preisgeben?

Lanz: Ja, das lässt sich teilweise nicht vermeiden, weil man dem anderen ja das Gefühl geben möchte: Wir reden miteinander. Nicht wie Freunde, sondern wie zwei, die sich respektieren und füreinander interessieren.

ZEITmagazin: Muss ein Moderator Brüche haben, damit er geliebt wird? Von Ihnen weiß man, dass Sie keine einfache Jugend hatten.

Lanz: Mein Vater starb, als ich 14 war. Meine Mutter stand mit drei Kindern vor dem Nichts, wobei das Nichts ein Haufen Schulden war. Wir waren kurz davor, zum Sozialfall zu werden. Es war ein Kampf – der nicht immer schön, aber dennoch wichtig war.

ZEITmagazin: Was haben Sie in dieser Zeit gelernt?

Lanz: Vor allem, dass dieser unglaublich dumme Spruch "Die Zeit heilt alle Wunden" nicht stimmt. Man lernt irgendwann nur, mit den Dingen besser umzugehen. Das ist alles. Man kommt an einen Punkt, an dem man gezwungen ist, sich nach vorne zu orientieren, weil nach hinten einfach nur Abgrund ist.

ZEITmagazin: Ist es das, was Sie antreibt? Die Angst vor dem Abgrund?

Lanz: Heute kann ich mich ganz gut zurücklehnen. Aber es hat damals schon eine ganze Weile gedauert, bis dieser Druck weniger wurde. Es stimmt auch nicht wirklich, dass Geld fürs Glücklichsein keine Rolle spielt. Ich bin von München , wo ich studiert habe, nach Hause nicht mit Studententickets der Bahn gefahren, sondern mit Gastarbeitertickets, weil die drei Mark günstiger waren. Zu einem zufriedenen Leben gehört für mich aber unbedingt auch das Gefühl, aus eigener Kraft etwas geschafft zu haben. Bei null anzufangen kann also auch ein Segen sein. Viel zu erben ist vermutlich eine Last.

ZEITmagazin: Was ist jetzt wichtig für Sie?

Lanz: Ein selbstbestimmtes Leben zu leben. Eins, in dem mir nicht ständig andere sagen, was ich zu tun und zu lassen habe, sondern in dem ich das selbst entscheiden darf.

ZEITmagazin: Haben Sie eine Veranlagung zum Glücklichsein?

Lanz: Ich glaube, ja.

ZEITmagazin: Schon immer gehabt oder erarbeitet?

Lanz: Schon immer gehabt.