Der Kaiserbahnhof in Potsdam wurde für Wilhelm II . gebaut, hier empfing er Zar Nikolaus II. und Theodore Roosevelt . Inzwischen gehört er zum Unesco-Weltkulturerbe, kein schlechter Ort also für ein Schachereignis der besonderen Art, bei dem der Finanzchef der DB , Richard Lutz, einst einer der besten Jugendlichen hierzulande, im Hintergrund "die Strippen zog".

Der "mittelalte" Weltmeister im Blindsimultanschach, Marc Lang (41), der Ende 2011 in 21 Stunden "blind" gegen 46 (sehende!) Gegner bei 19 Remisen und nur 2 Verlusten 25 Partien gewann (siehe ZEITmagazin Nr. 8/12 ), spielte zusammen mit dem schon in vielen "Blindschlachten" erprobten "Altmeister" Vlastimil Hort (68) und dem Youngster Rasmus Svane (15), einem der besten deutschen Jugendlichen, alternierend (sie zogen also abwechselnd, spielten indes alle Partien gemeinsam) blindsimultan gegen sechs "sehende" Nachwuchsspieler des Deutschen Schachbunds im Alter von 10 bis 17 Jahren. Wahrlich kein einfaches Brot und insofern umso erstaunlicher, dass sie zum guten Schluss mit 5:1 Punkten siegten. Wohl hatte sich der "blinde" Turm e6 erfolgreich im schwarzen Lager von Raphael Lagunow eingenistet, aber dessen Blockadestellung mit dem im Zentrum thronenden Springer e5 schien den Zugang zu seinem König zu versperren.

Mit welch mutigem Vorgehen erlangten die Weißen (Hort, Lang, Svane) am Zug dennoch eine Gewinnstellung?

Lösung aus Nr. 40:

Mit welcher Kombination setzte Weiß am Zug matt? Natürlich war das Damenopfer 1.Dh5! wegen 1...gxh5 2.Lh7 matt tabu. Aber der Gegenschlag 1...Lxf2+! schien alles zu ändern, doch 2.Kxf2 (nicht 2.Kf1 Dxc4+ bzw. 2.Kg2 dxc4+) Se4+ (2...Dc5+ 3.Kg2 d4+ 4.Kh3! Lc8+ 5.Kh4 Sxf5+ 6.Lxf5 bzw. 3...dxc4+ 4.Kf1!) 3.Sxe4 gxh5 4.Tg1+ Kh7 5.Sc5+ Kh6 6.Lg7 war matt