Wie feiert die junge englische High Society? Und wie bringt es ein Amerikaner fertig, jahrzehntelang unter Pygmäen in Afrika zu leben? Die Antworten geben Bilder des FotoDoks-Festivals, das am 17. Oktober in München begonnen hat. Es wird mitorganisiert von den Fotografen Jörg Koopmann und Armin Smailovic, mit denen wir oft zusammenarbeiten, und hat sich in wenigen Jahren zu einem der wichtigsten Festivals für aktuelle Dokumentarfotografie entwickelt.

In diesem Jahr verleihen wir dort zum ersten Mal den ZEITmagazin-Fotopreis, dotiert mit 5000 Euro. Der Preisträger wird mit uns gemeinsam eine neue Arbeit entwickeln, die wir veröffentlichen. Fotografen sind wie die schreibenden Kollegen Autoren, die Geschichten erzählen, in großen Reportagen oder in unserer Foto-Kolumne, die jedes Jahr von einem anderen Fotografen geführt wird. Vor Lina Scheynius waren das Paolo Pellegrin, Juergen Teller, Olaf Unverzart und Jörg Koopmann.

Das Motto von FotoDoks lautet in diesem Jahr: "Achtung?! Respekt, Kontrolle, Veränderung". Den Veranstaltern geht es um die Frage, "wie Fotos und der Ort ihrer Veröffentlichung unseren Blick auf die Welt prägen", so Jörg Koopmann. 15 Fotografen wurden mit ihren Arbeiten nominiert, acht davon kommen aus dem deutschsprachigen Raum. In der Ausstellung zum Festival ist auch die bereits bei uns erschienene Serie Der weiße Pygmäe von Matthias Ziegler zu sehen. Ziegler porträtiert den Amerikaner Louis Sarno, der sich für ein Leben bei einem Stamm von Pygmäen im Kongo entschied. Außerdem mit dabei: Marcus Brandt, Thomas Galler, Kai Löffelbein, Henrik Malmström, Dawin Meckel, Gregor Schlatte und Kai Wiedenhöfer.

Gastland der FotoDoks ist in diesem Jahr England, es ist mit sieben Fotografen vertreten. Simon Norfolk zeigt Bilder aus Afghanistan, er stellt sie neben Fotografien John Burkes, der bereits im 19. Jahrhundert den Krieg in Afghanistan festhielt. Jocelyn Bain Hogg wirft einen Blick auf die junge britische High Society, und Dana Popa beobachtet junge Rumänen 20 Jahre nach der Revolution.

Der ZEITmagazin-Fotopreis wird am 20. Oktober um 21 Uhr im Münchner Stadtmuseum verliehen, der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist ebenfalls dort zu sehen – bis zum 25. November.