In der Sowjetunion gab es über vier Millionen organisierte Schachspieler – eine wahre "Brutstätte" von Weltmeistern. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das sowjetische Schach das Maß aller Dinge. Bis 1972 der US-Amerikaner Bobby Fischer kam und den Weltmeister Boris Spassky im "Match des Jahrhunderts" besiegte. Ein furchtbarer Schlag – in ihrer Paradedomäne Schach hatte der Klassenfeind triumphiert. Was nicht sein darf, kann nicht sein. Und war auch Freud in der UDSSR tabu, so galten doch auch dort die universellen psychischen Abwehrmechanismen wie Verleugnung und reaktive Wunscherfüllung.

Wie ich in der Schachzeitschrift New in Chess lese, wurde noch im selben Jahr der Film Grossmejster gedreht, in dem ein Junge mit einer Schachleidenschaft sondergleichen sich emporkämpft und schließlich als WM-Kandidat den namenlosen westlichen, aristokratisch-bourgeoisen "Opponenten" in der alles entscheidenden Partie schlägt.

Pikanterweise traten im Film auch einige leibhaftige Großmeister wie Exweltmeister Michail Tal und der spätere Dissident und Vizeweltmeister Viktor Kortschnoi als Sekundant des WM-Anwärters Hlebnikow auf – natürlich war nach Kortschnois Flucht 1975 der Film nirgendwo mehr zu sehen.

Und jetzt retten bitte Sie als Schwarzer am Zug die sozialistische Ehre, indem Sie mit einer hübschen Schlusskombination den eingeklemmten, westlichen König mattsetzen!

Lösung aus Nr. 42:

Welcher Schlag des Weißen ließ den schwarzen König nicht mehr entrinnen? Nach dem Springeropfer 1.Sf6+! war es schnell aus: 1...Sxf6 (1...Kf8 2.Th8+ Ke7 3.Sd5++ Ke6 4.Sf4 matt) 2.Dxf6! gxf6 3.Lxf6 und das Turmmatt auf h8 war nicht mehr zu verhindern (3...Db6+ 4.Kh1)