Ich bin eine Anhängerin des Tiefkühlens – auch wenn die Tiefkühltruhe so einen schlechten Ruf hat. Suppen, also Gemüse-, Rinder- oder Hühnersuppe, koche ich grundsätzlich nur en gros. Ein Teil kommt in Drei-Liter-Gefrierbeutel, ein anderer in Eiswürfelformen, die Würfel fülle ich ein paar Tage später in kleine Ziploc-Tüten um, damit ich immer ein bisschen Fond für die ein oder andere Sauce griffbereit habe. Auch Grießnockerln, Frittaten oder Bolognese-Sauce produziere ich gerne in einer Menge, als ob ich Kantinenchefin wäre. Ich liebe es, einen Vorrat zu haben.

Man weiß ja nie im Herbst: Leicht könnte man eine Erkältung bekommen. Wie kocht man sich dann eine Hühnersuppe mit Ingwer, die der geschwächte Körper so dringend braucht? Und selbst wenn man gesund ist: Essen ohne langwieriges Kochen ist sehr angenehm, sonst wäre Maggi ja nicht so erfolgreich.

Nur tiefgefrorenem rohem Fleisch stand ich lange skeptisch gegenüber. Vielleicht lag es am Gefrierbrand, diesem aus der Fernsehwerbung bekannten Bruder von Kalkresten und Grauschleier. Meine Gefrierbrand-Phobie habe ich überwunden, seit ich weiß, dass man Metzger bitten kann, das Fleisch zu vakuumieren.

Besonders schön ist es, das Fleisch vorm Einfrieren in Saucen einzulegen oder zu beizen. So kann ich nach Herzenslust auch beim Wochenmarktmetzger durchdrehen und viel zu viel kaufen, ohne dass ich mich danach ins Koma essen oder vor schlechtem Gewissen vergehen müsste, weil ich das meiste wegwerfe. Auch hat man nicht an jedem Wochenende die Zeit und die Kraft, zehn Freunde einzuladen. Nein, vakuumieren und einfrieren ist wunderbar.

Meine Zuneigung zum Gefrorenen ist groß – und sie schließt auch fertige Produkte aus dem Supermarkt nicht aus: Pizza Funghi zum Beispiel oder natürlich Fischstäbchen. Allein schon die Panade macht glücklich. Und der Geruch beim Braten! Der verschwindet allerdings auch nicht so schnell wieder, weshalb ich empfehle, Fischstäbchen in Gaststätten einzunehmen, zum Beispiel im Schusterjungen in Berlin (Danziger Straße).

Ein Stück Rinderfilet aus dem Tiefkühlfach würde ich nicht kaufen, ein Stück Fischfilet hingegen schon, Fische sind ja doch etwas robuster in der Kälte. Das Tiefkühl-Lachsfilet lege ich auf ein großes Stück Alufolie. Eine Scheibe Zitrone und etwas Ingwer darauf, dazu auf den Fisch klein portionierte Stücke Tiefkühlspinat, mit Salz und Pfeffer würzen und aus der Alufolie ein Paketchen formen. Den Dünsteinsatz in den Topf legen, ein bisschen Wasser dazugeben, Päckchen rein, drum herum noch ein paar Kartoffeln, Deckel drauf – man sieht sich 20 Minuten später! Fertig ist ein nahrhaftes, omega-3-reiches, superunkompliziertes Essen.

Gerne würde man der Tiefkühltruhe ein Stück abgeben, aus reiner Dankbarkeit.