Wozu ist eigentlich eine Abalakow-Eissanduhr gut? (Zum Sichern im Eis.) Was wollen uns Bergführer mit dem Wort "Hobtsas?" sagen? ("Seid ihr so weit?") Schreit ein Abstürzender? (Eher selten.) Die Welt der Berge wirft zahllose Fragen auf.

Diese in 131 Kurzkapiteln und auf 320 Seiten beantworten zu wollen ist kein leichtes Unterfangen. Der Alpinjournalist Dominik Prantl konzentriert sich deshalb auf die Sicht eines interessierten, manchmal auch irritierten Laien. Den Pflichtstoff der Alpinlehrpläne hält Prantl knapp – wobei der Autor dennoch gründlich ist und eine Fülle erstaunlicher Details kennt: ob er nun Steigungen berechnet, Trainingstipps der Alpinstars weitergibt, das Leben einer Schneeflocke oder das Sterben in der Todeszone schildert.

Noch lieber widmet Dominik Prantl sich allerdings den skurrileren Randthemen und trägt dabei selten oder gar nicht Publiziertes zusammen: Wie überlebt ein Gletscherfloh? Wie wehre ich einen Kuhangriff ab? Wie bereitet man ein schmackhaftes Murmeltierragout zu? Wie absolviere ich das Jodeldiplom bis hin zum gekonnten "Hoi-da re-i djo-i, hoi-da ri-je ri-je"? Da mischen sich dann gerne Ironie und Spott unter die Kurzprosa – die verlässliche Hintergrundmusik dieses so klugen wie kurzweiligen Buches im stilechten Filzeinband.