"Ein intelligentes Spiel für intelligente Leute aus einer intelligenten Stadt", sagte einst der niederländische Schachweltmeister Max Euwe in Dortmund . Gerd Kolbe, die Seele des Schachturniers, liebt diesen Spruch. Allerdings schlägt Kolbes Herz auch für den BVB (er war Stadionsprecher und schrieb ein Buch über die Vereinsgeschichte), vielleicht will er Euwes Ausruf unterdessen auf die Fußballer ausdehnen. Inzwischen ist bei diesen (im Aufsichtsrat, nicht auf dem Feld) mit Peer Steinbrück noch ein weiterer nachweislich Intelligenter hinzugekommen. Da wage ich kaum zu wiederholen, was er 2008 anlässlich der Dresdner Schacholympiade schrieb: "Zu den unerklärlichen Phänomenen unserer Zeit gehört neben der Wettervorhersage und dem Steuerrecht (sic!), dass Schach in der öffentlichen Berichterstattung ganz weit hinter König Fußball rangiert. Schach und Fußball sind zumindest ebenbürtig, was Dramatik und Spannung angeht, von Strategie und Taktik ganz zu schweigen."

In jedem Fall scherzte er – sichtlich gut gelaunt und unter "seinesgleichen" – beim 40. Dortmunder Sparkassen Chess Meeting auf der Bühne aus Herzenslust mit Kramnik & Co., um danach mit den "Profis" Bischoff und Siebrecht die Partien fachkundig für die Besucher zu kommentieren. Mit welchem Donnerschlag gewann Sergei Karjakin in der letzten Runde als Weißer gegen Jan Gustafsson und sicherte sich so den geteilten Turniersieg?

Lösung aus Nr. 43:

Nach welchem schwarzen Paukenschlag war der eingeklemmte König bald matt? Nach dem Damenopfer 1...Dg1! war das Matt nicht mehr zu verhindern, weder durch 2.Df3 Sxf4+! 3.Dxf4 Lg6 matt noch, wie in der Partie, bei 2.Dxg1 Sxf4 matt. Allerdings hätte Schwarz auch mit 1...Sxh4 gewinnen können