Im Wesentlichen bin ich ein aufgeräumter Mensch, was meine Finanzen betrifft. Ordnung muss sein, vor allem wenn ich daran denke, dass alle Jahre wieder die Steuererklärung gemacht werden sollte und ich dann mal den einen, mal den anderen Zettel herauszusuchen habe, den mir Banken, Versicherungen, Handwerker und dergleichen Monate zuvor geschickt haben. Also wird der Krempel sauber abgeheftet, und ich lese auch immer brav den Newsletter meines Steuerberaters, um rechtzeitig zu erfahren, was sammelnswert sein könnte.

Neulich stand in dem Newsletter etwas sehr interessantes: Da war ein Tierarzt aus Süddeutschland, der sich als Zweitwagen einen Ferrari Spider zugelegt hatte und dessen Kosten nun als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen wollte. Vermutlich, um repräsentative Hausbesuche zur Kleintierakupunktur durchführen zu können. Glücklicherweise machte ihm das Finanzgericht Nürnberg einen Strich durch die Rechnung, sodass die Gemeinschaft der übrigen Steuerzahler nicht weiter mit den Luxusproblem des Veterinärs belastet wird. Dieses Urteil hat mein Vertrauen in die Finanzgerichtsbarkeit ein wenig gestärkt.

Für meinen Teil werde ich mein Auto weiterhin steuerlich als das behandeln, was es ist: reine Privatsache. Übrigens ist es auch kein italienischer Sportwagen, sondern eine asiatische Familienkutsche. Sehr viel preiswerter, schließlich muss ich das Auto selbst bezahlen. Etwas zu verschenken habe ich auch nicht. Es wird ja zurzeit reichlich darüber geschrieben und diskutiert, wie viel Ärzte so verdienen. Da gibt es die armen Psychotherapeuten und die reichen Nephrologen und alle anderen dazwischen. Tierärzte tauchen in den entsprechenden Einkommensranglisten aber so gut wie nie auf. Wobei mich schon interessieren würde, ob der Ferrari fahrende Kleintierspezialist für seinen Berufsstand repräsentativ ist.