Die Bundesregierung hat einen Bereich geregelt, von dem wir gar nicht ahnten, wie groß der gesetzgeberische Bedarf dort war: das sexuelle Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Wer künftig seinen kleinen Liebling zu einem "artfremden" Verhalten animiert, wird dafür bestraft, während dies seit 1969, einer Epoche mannigfacher rousseauistischer Verirrungen, erlaubt gewesen war. Zoophile glauben, es gebe allein in Deutschland 100000 ihrer Art. Nie wieder werden wir Möpse mit unschuldigem Blick ansehen. Das Wort "Schoßhund" kommt uns nicht weiter über die Lippen, ebenso wenig wie wir jemals wieder "Hase" oder "Bärchen" flüstern werden. Muss die Katzenberger jetzt ihren Namen ändern? Ja, denn "Katzi" geht nicht länger, und Schopenhauers viel zitierter Satz "Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere" klingt inzwischen auch irgendwie artfremd. Generell möchten wir, dass jede Kreatur bekommt, was sie will. Dass Zuchtbullensex keinen Spaß macht, können wir uns vorstellen, aber wie sich Tiefkühlfisch vermehrt, wissen wir beispielsweise überhaupt nicht. Vielleicht tragen ja Menschen wie Herr K. sogar etwas wie Wärme in die Sache. Herr K. ist Cheflobbyist der Zoophilen und lebt in Partnerschaft mit seiner achteinhalbjährigen Hündin Cessie. Er sagte der taz: "Wenn ich meinen Hund ansehe, weiß ich sofort, was los ist. Tiere sind viel leichter zu verstehen als zum Beispiel Frauen." Manche Männer machen es sich wirklich einfach. Hoffentlich bietet er Cessie hinterher wenigstens eine Zigarette an.