Wäre es der Glaube allein, der ihren Körpern diese gespannte Schwerelosigkeit verleiht – niemand könnte den Buddhismus überzeugender bewerben als die berühmten Kung-Fu-Mönche des Songshan-Shaolin-Klosters in der chinesischen Provinz Henan. Tatsächlich trainieren die 100 bis 120 Kampfmönche dreimal täglich, so lange, bis das Brennen schmerzender Glieder als Normalzustand ins Körperbewusstsein übergegangen ist. Das Songshan-Kloster, das als Wiege des Zen-Buddhismus gilt, hat den beiden Deutschen, der Fotografin Sabine Kress und dem Autor Felix Kurz, seine Tore geöffnet und sie am Alltag der Mönche teilhaben lassen. Aus dem Besuch ist ein prächtiger Bildband von fahlfarbener Poesie entstanden, der den Leser schon bei der reinen Betrachtung zur Ruhe kommen lässt.