DIE ZEIT: Herr Meyer-Plath, Sie arbeiten seit 1994 für den Verfassungsschutz. Fühlen Sie sich mitschuldig daran, dass das NSU-Trio so lange unentdeckt blieb?

Gordian Meyer-Plath: Ich glaube, dass bis an mein Lebensende kein Tag vergehen wird, an dem ich mich nicht frage: Was hätte ich mehr tun können? Was hätte ich mehr sehen können? Und ich glaube, dass es sehr vielen Kollegen genauso geht. Das Scheitern am NSU ist das Scheitern einer Generation. Das wird jeden, der in den vergangenen Jahren mit dem Rechtsextremismus befasst war, auf ewig verfolgen.