Der romantische Dichter ging als Naturwissenschaftler an Bord: Adelbert von Chamisso (1781 bis 1838) schiffte sich 1815 auf der russischen Brigg Rurik ein, um während einer dreijährigen Weltumseglung Natur und Menschen zu studieren, vor allem die Küsten und Inseln des Pazifiks. Seine poetischen, 1836 unter dem Titel Reise um die Welt veröffentlichten Beschreibungen sind immer noch ein faszinierendes Dokument – nicht zuletzt der europäischen Selbstkritik. "Wir Barbaren! Wir nennen jene mit Schönheitssinn begabten Menschen ›Wilde‹", klagt Chamisso beim Anblick von Tänzern auf Hawaii. Nun ist sein Bericht erstmals mit den 150 zauberhaften Farblithografien von Ludwig Choris (darunter auch die Staatsqualle, lat. Siphonophora, s. Abb.) in einem Prachtband der "Anderen Bibliothek" erschienen.