Alle haben ihn zum Fressen gern. Darum nimmt er – kantapper, kantapper – auch immer wieder Reißaus, bis er schließlich drei hungrigen Waisenkindern in den Korb springt und sich von ihnen essen lässt. Vom dicken, fetten Pfannekuchen ist in vielen Sprachen die Rede: in Märchen auf Hochdeutsch und Plattdeutsch, Russisch und Tschechisch, Norwegisch und Ukrainisch.

Einige dieser Ausreißergeschichten erzählt Carmen Köper in ihrem Buch Vom dicken, fetten Pfannekuchen nach. Dem Titel zum Trotz widmet sie dem Ausreißer allerdings nur ein Kapitel. Dann geht es weiter auf einer kulinarischen Weltreise, die zu Crêpes und Blini, zu Pancakes und Plinsen, zu Schmarrn und zu jenen Matze-Pfannkuchen führt, die in Israel während des Pessachfestes gegessen werden.

134 Rezepte hat die Schauspielerin Köper, die nebenher literarische Dinner veranstaltet, hier zusammengetragen und augenzwinkernd mit Geschichten und Gedichten garniert. So zitiert sie zum Beispiel den Text des Rievkooche Walzers der Kölner Mundartmusikanten Bläck Fööss und Walter Benjamins Parabel von der Maulbeer-Omelette. Am Rande erfahren die Leser, dass Pfannkuchenfladen unbedingt zur Pekingente gehören, dass in Australien die kleinen dicken Pikelets gern mit Erdbeerbutter gegessen werden und dass Indonesier bunte Speisen lieben und darum ihren Pfannkuchen aus Kokosmilch gern grün einfärben.