Die evangelische Kirche versuchte mit rigiden kirchenrechtlichen Mitteln, Ost-Pfarrer an einer Flucht in den Westen zu hindern. (Erkenntnis aus Ausgabe 4/03)

Die DDR-Offiziellen lehnten die Europäische Gemeinschaft (EG) zunächst ab – ausgerechnet mit dem Vorwurf, durch den Beitritt der BRD zur EG werde ein "antinationaler, die Einheit Deutschlands beeinträchtigender und verhindernder Kurs" verfolgt. (4/03)

"Die intellektuelle Ausstrahlung der PDS ist erschreckend gering. Die PDS löste keine strategischen Debatten aus, sie gab kaum Anstöße für ein tieferes Nachdenken über die Zukunft unserer Gesellschaft in einer globalisierten Welt." (5/03)

Die vielen "Ostalgie"-Shows im Fernsehen wurden teils hämisch kritisiert. Im Rückblick aber hätten sie auch zur deutsch-deutschen Verständigung beigetragen: Weil die DDR-Gesellschaft in diesen Sendungen als eine zwar fremde – aber auch als normalere, facettenreichere Gesellschaft erschien. (6/03)

Der DDR-Radiokommentator des WM-Finalspiels 1954 zwischen Westdeutschland und Ungarn war angewiesen, möglichst neutral zu kommentieren, sich nicht auf die Seite der BRD zu stellen – und immerzu von der "westdeutschen Mannschaft" zu sprechen. In den dramatischen letzten Minuten des Endspiels aber sind dem Reporter dann doch mehrfach die Formulierungen "deutsche Mannschaft" und "die Deutschen" herausgerutscht. Konsequenzen hatte das für ihn aber nicht. (3/04)

Anfang der achtziger Jahre formierte sich in Polen die Arbeitergewerkschaft Solidarność – und die beflügelte auch die DDR-Friedensbewegung. Viele Wehrpflichtige nämlich verweigerten ihren Dienst an der Waffe, weil sie, so die Begründung, nicht "auf polnische Arbeiter schießen" wollten, die im Widerstand waren. (4/04)

Bei der Bundestagswahl 2005 wurde deutlich, dass die deutsche Wahlbevölkerung – anders als häufig behauptet – nicht in Ost und West gespalten ist, sondern in Nord und Süd. Während CDU und CSU vor allem im Süden stark sind, dominiert im Nordwesten und im Osten die Sozialdemokratie. Eine Ausnahme bildet Sachsen, das mehrheitlich CDU wählt. (6/05)

Die DDR habe nie Wert auf Umweltschutz gelegt, die BRD dagegen schon? Diese Behauptung ist unwahr. Vielmehr haben beide Staaten die Umweltverschmutzung mehr als zwei Jahrzehnte lang ignoriert. Erst dann begann im Westen ein Umdenken. (3/06)

Der Oscar-prämierte Film Das Leben der Anderen sei "künstlerisch ein Meisterwerk, historisch ein Märchen. Auf die filmische Darstellung der Arbeit der Geheimpolizei der SED aus Sicht der Opposition müssen wir weiter warten." (3/06)

Die Kadettenanstalt der DDR, die Jungen vom 12. Lebensjahr an auf eine militärische Elite-Laufbahn vorbereiten sollte, hätte eigentlich überwiegend Arbeiter-und-Bauern-Kinder aufnehmen sollen. Tatsächlich stammten aber nur zwanzig Prozent der Kinder auf der "Kaderschmiede" aus einfachen Verhältnissen. Die meisten Kadetten waren Kinder von Partei- und Staatsfunktionären. (5/06)