Wäre Benjamin Lahusen kein Idealist, dann würde er dieses Leben nicht führen. Dann würde er vielleicht in einem besseren Viertel wohnen, am Wochenende nicht mehr arbeiten und mehr Zeit mit seinem Sohn verbringen. Lahusen aber ist Idealist und hat sich dafür entschieden, sein Leben der Wissenschaft zu widmen. Deshalb fährt er zu Archiven in Frankreich, Tschechien, Litauen und Polen und untersucht, wie sich die gesellschaftlichen Umbrüche am Ende des Zweiten Weltkrieges in Zivilprozessen widerspiegeln. Anhand der Gerichtsakten aus dieser Zeit erforscht er die Mentalität der Menschen, ihr Bewusstsein für Recht und Unrecht.
Uni-Karriere: Die Idealistenfalle
Wer nach der Promotion an der Uni bleibt, muss mit Unsicherheit und wenig Geld leben.