DIE ZEIT: Warum sind Sie ein ökologisches Vorbild?

Susanne Schöning: Ich denke ganzheitlich, lege Wert auf ökologischen Landbau, vegetarische Produkte und darauf, dass keine Zusatzstoffe benutzt werden. Unsere Rohstoffe kommen möglichst aus der Region. Bei den Fruchtaufstrichen haben wir das geschafft, aber nicht bei Orangen und Tomaten.

DIE ZEIT: Wer ist Ihr ökologisches Vorbild?

Schöning: Ich habe vor gut 30 Jahren angefangen, da gab es keine Vorbilder.

DIE ZEIT: Was haben Sie im vergangenen Jahr anders gemacht – und warum?

Schöning: Seit zwei Monaten kommt ein Fitnesstrainer in den Betrieb. Er macht zwei Mal pro Woche Gymnastik mit den Mitarbeitern, Gegenbewegungen zu ihrer täglichen Arbeit in der Verpackung, im Lager und im Büro.

DIE ZEIT: Wie viele Flugmeilen und Autokilometer legen Sie pro Jahr zurück? Und gleichen Sie die Klimabelastung aus?

Schöning: Ich bin in der Branche bekannt dafür, dass ich nicht vom Hof gehe. Geschäftliche Gespräche biete ich über Skype oder Telefon an. In den Urlaub fliege ich auch nicht oft.

DIE ZEIT: Haben Sie Ihre Tochter umweltbewusst erzogen?

Schöning: Da gab es die üblichen Protestphasen, die Zwergenwiese sei peinlich und so weiter. Irgendwann hatte meine Tochter keine Lust mehr auf meine Gemüsepfannen. Etwas zu verbieten hilft aber nicht. Sie konnte Fleisch kochen, wenn sie wollte. Heute ist sie 33, geht zum Einkaufen meistens in den Bioladen und macht sich Gemüsepfannen.

DIE ZEIT: Was hindert Sie, noch umweltfreundlicher zu leben?

Schöning: Das Prinzip ist: Die Verbraucher zahlen wenig und möchten viel haben. Die Industrie will hingegen viel bekommen und wenig geben. Dieses gegensätzliche Denken wird uns nicht weiterbringen.

DIE ZEIT: Welches wäre denn die wichtigste umweltpolitische Maßnahme?

Schöning: Das Verbraucherministerium sollte mit Forschungsgeldern dafür sorgen, dass wir ökologischen Landbau weiterentwickeln. Gentechnik ist ein blinder Eingriff in den Bauplan der Natur, deshalb darf er nicht zugelassen werden.