Ein höchst interessanter neuer Job wurde unlängst aus der Taufe gehoben, der sogenannte "Wäri-Landeshauptmann" Sein Credo: "Hätten wir das damals gewusst, hätten wir natürlich die Öffentlichkeit informiert, und das hätte die Wahl entschieden." Kreativer Geist hinter dieser Möglichkeitskette ist der charismatische "Tätigern-LH" von Salzburg, also ein Möchtegernlandeschef, über den in einer originellen Terminologie gesprochen werden muss. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Mann eigentlich eher als "Sollti-Politiker" aufgefallen, ergo als einer, der dem Prinzip des Zögerns huldigt. Er schwieg, ohne zugleich den Eindruck zu erwecken, er wolle dadurch lediglich seinen Status als Philosoph absichern. Salzburg ist ein guter Boden für Spekulationen aller Art. So ist es durchaus legitim, die Taktik des "Hofferti, dass man mir glaubt" zu versuchen. Allgemein ist der "Täti-Politiker" in diesem Lande weit verbreitet. Vom Stammtisch bis zu den Universitäten findet sich diese Spezies des Konjunktivgenies. Dies ist das beste Land der Welt, besonders darin, was man alles "könnterte". Besonders spannend wird es, wenn das Mögliche wirklicher wird als die Wirklichkeit. So gesehen, ist der Salzburger Möglichkeitsprimus der Beste aller nicht gewesenen Landeshauptmänner der letzten Jahre weltweit. Darauf kann man aufbauen. Und hoffen, dass die Wirklichkeit einmal überhaupt verschwindet. Dann gäbe es nur mehr die wunderbare Welt der ÖVP. Wenn man lange genug daran glaubt, werden Märchen wahr. Oder auch nicht. Dann wird aus dem "Hätti-Politiker" ganz schnell ein "Hättidonet-Mandatar". Kein Hahn wird mehr nach dem Mann krähen – und zwar wirklich.