Seit Jahren rätseln wir nun, warum Bayern bei den Pisa-Tests immer so viel besser abschneidet als Berlin.

Seit Montag dieser Woche wissen wir endlich, was wir schon immer geahnt haben: Die Bayern sind nicht klüger als die Hauptstädter, sie sind nur kreativer im Umgang mit Zahlen. Die CSU, die bekanntlich das schöne Bayern erfunden hat, hat auch den gefühlten Spitzenplatz erfunden. 41 Prozent hatte die Chefin des Allensbach-Instituts, Renate Köcher, am vergangenen Montag den geschockten Christsozialen bei ihrer traditionellen Klausurtagung in Wildbad Kreuth als aktuellen Umfragewert präsentiert. Die Union liege derzeit bundesweit bei rund 38 Prozent, die CSU üblicherweise leicht darüber. Kann gar nicht sein!, polterte die Bayerntruppe, allen voran der frühere Finanzminister Theo Waigel, für die CSU sei generell ein Wert von zwölf bis dreizehn Prozent plus zu notieren. Macht also: 51 Prozent. Absolute Mehrheit!

So geht das also, liebe Berliner: Man nehme eine demoskopisch ermittelte Zahl, addiere den auf Neujahrsempfängen ermittelten Wohlfühlbonus, und schon hat man seinen persönlichen politischen Buddy-Mass-Index. Von Crazy Horst lernen heißt siegen lernen. Und nächste Woche zeigen uns die Bayern, wie wir aus dem Wort "Glühwürmchen", mit dem der Regierungschef politische Freunde wie seinen einstigen Kronprinzen zu Guttenberg belegt, eine Lichterkette für eine Friedensdemo basteln.