Was wollen die Bäume? Außer wachsen, grünen und unbelästigt alt werden, eigentlich nichts. 520 der ältesten, dicksten, ehr- und merkwürdigsten wurden von drei Autoren, die das Deutsche Baumarchiv gegründet haben, in 25 Jahren erforscht, vermessen und fotografiert.

Wenn die Bäume einen Namen tragen wie Dicke Margarete oder Zwölf Apostel, wenn sie Kirch-, Dorf-, Tanz- oder Gerichtslinden waren, standen ihre Chancen gut, wohlbehütet durch die Jahrhunderte zu kommen. Wenn sie dem Verkehr im Wege stehen, haben sie bis heute ein schlechtes Blatt. Einige der Veteranen sind sichtbar auf dem absterbenden Ast, andere, die seit der ersten Auflage 2009 zur Ruine wurden, erfahren noch einen Nachruf.

Um dokumentiert zu werden, musste jede Baumart einen Mindestumfang erreichen: neun Meter etwa die taillenstarke Linde. Dank der präzisen Wegbeschreibung kann man die Baum-Standorte zu einer Reise verbinden und, so man zu mehreren ist, versuchen, die alten Herrschaften zu umarmen und ihnen alles Gute zu wünschen.