Wann hat man schon mal die Chance, Albert Einstein zu widerlegen? Der soll gesagt haben, dass lediglich zwei Dinge unendlich wären – das Universum und die menschliche Dummheit. Doch hier irrte das Genie! Unendlich ist nämlich auch – drittens! – der Einfallsreichtum der Konsumgüterindustrie, was beim Besuch eines Supermarkts oder einer Drogerie unmittelbar einleuchtet. Dort erhältliche neue Produkte sind meist gar nicht neu, werden aber unendlich oft neu verpackt (und bei der Gelegenheit auch mit neuen, üblicherweise höheren Preisen versehen).

Ein wunderbares Beispiel schickte neulich ein Leser – das Foto einer Flasche Körperlotion von Dove mit dem deutlichen Aufdruck "Limited Edition". Na klar, das soll Knappheit suggerieren und einen Urinstinkt aus der Höhlenmenschenzeit ansprechen: Hol dir die Beute, bevor es ein anderer tut und du leer ausgehst! Der Trick funktioniert sogar heute noch, was für Dove ein rechter Glücksfall ist: Bekanntermaßen hielten es die Neandertaler ja nicht so mit Körperhygiene und wussten auch mit Bodylotion kaum etwas anzufangen, weil sie so stark behaart waren.

Aber was heißt schon "limited"? Zumal man die "Limited Edition" in beinahe jedem Laden zwischen Flensburg und Konstanz kaufen kann. Und selbst wenn die Produktion auf, sagen wir, zehn Tage limitiert worden wäre: Wie viele Flaschen Bodylotion könnten in so einer Zeit vom Band laufen? Zehntausende! Damit könnte man den ganzen Planeten eincremen, und zwar rückfettend bis in die Steinzeit. Vermutlich hatte der große US-Comedian Jerry Seinfeld recht, der bereits in den Neunzigern spekulierte, eine "Limited Edition" sei lediglich begrenzt auf die Zahl der Produkte, die man verkaufen könne. Und das können unendlich viele sein. Mindestens.