Unter den 215 Parteien, die sich in Italien zur Wahl stellen möchten, ist auch eine mit dem schönen Namen "Forza Steuerhinterzieher". Sollten sich deren Späher irgendwann einmal über die Alpen vorwagen, wird Peer Steinbrück ohne Vorwarnung seine Kavallerie angreifen lassen.

Europa zittert schon vor einem Kanzler, der die Völker mit berittenen Fiskalstreitkräften vollständig umzingeln wird. Es geht Steinbrück nicht um ein paar Superreiche, die dem Kaiser das Seine hinterziehen, weil sie Schlupflöcher kennen, es geht ihm im Herzen um die Pflicht. Wir sollen gerne Steuern zahlen – und einsehen, warum das so sein soll. Steuern zahlen kann ja im Prinzip jeder, auch der Grieche, aber nur der Deutsche liest Kant, bevor er ins Finanzamt geht – jedenfalls wird er es in der Steinbrück-Republik wohl müssen, die Säbelhiebe der letzten Inkasso-Reiterattacke noch unangenehm auf den Schultern spürend.

Wenn jedoch der Anspruch des Staates auf den Verdienst seiner Bürger so unbeschränkt ist, erwüchse daraus nicht auch ein unermesslicher Anspruch der Bürger auf pflichtgemäßesten Umgang mit dem Geld? Dann soll die öffentliche Hand mal aus der Hosentasche gezogen werden. Dann wird mit dem Staat auf Heller und Pfennig abgerechnet. Kein Schlendrian mehr, keine toten Baustellen, keine blinden Aufsichtsräte. Dafür müsste Steinbrück dann schon sorgen. Traut sich der Reitermarschall zu, ein solcher Kanzler zu werden?