Als die beiden Polizisten am Abend des 6. Oktober 2012 vor ihrer Haustür in Berlin-Wittenau standen, ahnte Brunhilde Conrad, dass etwas Schlimmes passiert sein musste. "Hoffentlich hatte keins der Kinder einen Unfall", dachte sie. In der Wohnstube nahmen die Beamten vor dem Fernseher Platz: "Ihr Sohn André ist in eine Auseinandersetzung mit der Polizei geraten." Von einem Messer sei die Rede gewesen, erinnert sich Frau Conrad, mit der André Polizisten bedroht haben solle. Dass man gezwungen gewesen sei zu schießen. "Wie geht es meinem Sohn?", fragte die Mutter, 78 Jahre alt. Er sei im Krankenhaus, die Ärzte hätten ihn operiert, Beinschuss. Keine Lebensgefahr, sie müsse sich keine Sorgen machen.
Polizeigewalt: "Das war wie eine Hinrichtung"
Ein Notruf. Die Polizei kommt und schießt. Ein Mann wird verletzt und stirbt. So geschehen in Berlin im Oktober 2012. Werden die Beamten angeklagt? Oder schützt sie ihre Uniform?