Klavier, Schlagzeug, Bass, Gitarre. Die Musik tänzelt auf der Stelle wie ein Boxer vor dem Angriff. "The name of this tune is ›Mississippi Goddam‹", spricht Nina Simone ins Mikrofon, "and I mean every word of it." Dann beginnt sie zu singen und meint jedes Wort. "Alabama’s got me so upset, / Tennessee made me lose my rest / And everybody knows about Mississippi goddam!" Der Song klingt wie eine Mischung aus Revuenummer, Gospel und Dreigroschenoper; Nina Simones Stimme ist voller Sarkasmus und Witz, voller Zorn und Anklage. Das "goddam" stößt sie wütend hervor. Mississippi, gottverdammt!

Jeder weiß, wovon sie singt, an jenem 21. März 1964 in der New Yorker Carnegie Hall, wovon das Lied handelt, das sie im September 1963 geschrieben hat, kurz nach Martin Luther Kings berühmter Rede "I have a dream". Und jeder weiß: Nina Simones Verse sind kein Widerhall von Kings hoffnungsvollen Worten. Sie erzählen vom ganz realen amerikanischen Albtraum.

1963, das große Jahr der Bürgerrechtsbewegung mit dem legendären March on Washington, war ein Jahr der Gewalt. Everybody knows about Mississippi: In der Nacht auf den 12. Juni 1963 erschießt ein weißer Attentäter in Jackson, Mississippi, den afroamerikanischen Aktivisten Medgar Evers. Der Mörder wird freigesprochen; vor Gericht reicht ihm der Gouverneur des Bundesstaates die Hand. Tennessee made me lose my rest: Im Mai des Jahres feuern Rassisten auf einen schwarzen Bürgerrechtler in Nashville, im Juni wird ein Aktivist in Chattanooga auf offener Straße zusammengeschlagen. Alabama’s got me so upset: Am 15. September 1963 explodiert in der 16th Street Baptist Church in Birmingham, Alabama, eine Bombe des Ku-Klux-Klans. Vier Mädchen, die den Bibelunterricht in der Kirche besucht haben, eines elf, die anderen 14 Jahre alt, sind auf der Stelle tot – Denise McNair, Cynthia Wesley, Carole Robertson und Addie Mae Collins.

Als Nina Simones Ehemann und Manager Andy Stroud an diesem Tag nach Hause kommt, findet er seine Frau in einem Zustand völliger Verstörung. Mit wirrem Blick sitzt sie im Wohnzimmer inmitten von Werkzeugen und Metallschrott, den sie aus dem Keller geholt hat, um sich eine Pistole zu basteln. "Ich hatte vor, loszugehen und jemanden umzubringen", schreibt sie in ihrer Autobiografie Meine schwarze Seele, "wen, wusste ich nicht, aber irgendjemanden, der offensichtlich dem Ziel im Weg stand, dass meinem Volk zum ersten Mal seit 300 Jahren Gerechtigkeit widerfahren konnte." Andy, ein ehemaliger New Yorker Polizist, habe sie angesehen und dann mit ruhiger Stimme gesagt: "Nina, du verstehst doch überhaupt nichts vom Töten. Du hast doch nur die Musik."

Eine Stunde später verlässt sie die Wohnung mit den Noten zu Mississippi Goddam. Das Lied "war schneller aus mir herausgebrochen, als ich es aufschreiben konnte". "You don’t have to live next to me / Just give me my equality", heißt es zornig in der letzten Strophe. Am 15. September 1963 begriff Nina Simone, dass ihre Musik eine Waffe war und dass sie sie benutzen musste.

Die nächsten sieben Jahre ihres Lebens widmet sie dem Freiheitskampf, und Mississippi Goddam, dieser stolze Wutausbruch von einem Song, wird zu einer Hymne des Civil Rights Movement. Zugleich macht er den Auftakt zu Nina Simones Weltkarriere, denn ausgerechnet dieses Protestlied ist es, das den Chef von Philips Records dazu bewegt, sie 1963 nach einem Konzert im New Yorker Village Gate in der Garderobe aufzusuchen und unter Vertrag zu nehmen. Die LP In Concert, auf der die Live-Aufnahme vom März 1964 erscheint, ist das erste Album, das sie für das internationale Label einspielt.

Dabei hatte doch alles ganz anders kommen sollen. Immer wieder in ihrem Leben erreichte Nina Simone Dinge, die sie gar nicht angestrebt hatte. Und immer wieder blieb ihr die Erfüllung lang gehegter Wünsche und Hoffnungen verwehrt.

Am 21. Februar 1933, vor genau 80 Jahren, kommt sie in Tryon City, einer Kleinstadt in North Carolina, zur Welt. Ihre Eltern, die Waymons, taufen sie auf den Namen Eunice Kathleen. Sie ist das sechste Kind, zwei weitere Geschwister folgen, und wie alle Waymon-Kinder wächst sie in dem Glauben auf, dass Glück und Erfolg jedem offenstehen, der brav und gottesfürchtig ist, fleißig und bescheiden. Dass sie in einem Land lebt, in dem auch die Hautfarbe darüber entscheidet, kommt ihr nicht in den Sinn.

Die kleine Eunice gilt als Wunderkind. Mit drei spielt sie nach Gehör auf dem Klavier. Sie begleitet die Gottesdienste in der Methodistenkirche, wo ihre Mutter predigt. Sie lernt geistliche Lieder und improvisiert zu den Gospel-Ekstasen in der Holiness-Church. Doch für Klavierstunden fehlt das Geld. Ein Jahr lang bezahlt eine weiße Dame aus Tryon, für die Eunice’ Mutter den Haushalt macht, den Unterricht – bei "Miz Mazzy", die so fasziniert ist von ihrer neuen Schülerin, dass sie einen Spendenfonds einrichtet, um dem begabten Kind die Ausbildung zu finanzieren.

Schwarze Frau + Musikerin = Jazz?

Die Samstagvormittage bei Miz Mazzy werden zum Erweckungserlebnis: Eunice lernt Bach kennen, "der mich dazu brachte, mein Leben der Musik zu widmen". Mit sechs Jahren weiß sie: Sie will Konzertpianistin werden, die erste schwarze Konzertpianistin Amerikas. Welche Widerstände sie dafür überwinden müsste, ahnt sie erstmals, als sie von der Bühne aus mitansieht, wie ihre Eltern genötigt werden, ihre Plätze in der ersten Reihe zu räumen – für eine weiße Familie. Eunice ist elf Jahre alt, erhebt sich vom Klavierhocker und setzt das Recht ihrer Eltern durch. Gelächter im Publikum. "Am Tag nach dem Konzert bewegte ich mich mit einem Gefühl, als hätte man mich ausgepeitscht."

Die Haut, schreibt Nina Simone, wuchs nach, "ein bisschen dicker, ein bisschen weniger unschuldig und ein bisschen schwärzer". Nichts aber konnte sie auf den Moment vorbereiten, in dem ihr Traum zerbrach. Nach einem Kurzstipendium an der New Yorker Juilliard School spielt sie im August 1950 am Curtis Institute of Music in Philadelphia vor. Man lehnt sie ab: Sie sei "nicht gut genug".

Oder war sie einfach nicht weiß genug?

Die USA im Jahr 1950 sind kein guter Ort für ein 17-jähriges schwarzes Mädchen, das Konzertpianistin werden will. Noch ein halbes Jahrzehnt wird es dauern, bis sich Rosa Parks in Montgomery weigert, ihren Bussitz für einen Weißen frei zu machen, und damit die Bürgerrechtsbewegung ins Rollen bringt. Doch Eunice Waymon ist zu stolz, um aufzugeben. Sie nimmt Privatstunden; das Geld dafür verdient sie als Klavierbegleitung bei einer Gesangslehrerin. Dann hört sie von einer einträglicheren Quelle: Atlantic City, eine Art Las Vegas 200 Kilometer südlich von New York. Hier heuert Eunice im Sommer 1954 für ein paar Wochen als Barpianistin an.

Und verwandelt sich in Nina Simone.

Nina, "Kleine", so hatte ein mexikanischer Freund sie einmal genannt. Simone, nach der französischen Schauspielerin Simone Signoret. Nina Simone – damit "Momma" niemals erfahren würde, was sie treibt.

Der Laden, in dem sie für 90 Dollar die Woche von neun Uhr abends bis vier Uhr nachts im beißenden Qualm sitzt, heißt Midtown Bar and Grill. "Von außen sah es nach gar nichts aus – lediglich eine heruntergekommene kleine Bar, wo alte Männer vor einem Drink hocken und einschlafen. Und genau das war es auch."

"Sollte Amerika Nein sagen, dann mussten wir stark genug sein, die Tür einzutreten"

Nina Simone betritt die schäbige Bühne am Ende des schlauchförmigen Raumes mit der Grazie einer Diva. Sie trägt ein Chiffonkleid. Sie bestellt ein Glas Milch. Die Männer blicken stumm. Dann spielt sie, und es geschieht, vor ein paar traurigen Säufern und noch unbemerkt von der Welt, etwas Erstaunliches: Unter einer tropfenden Klimaanlage verbindet Eunice Waymon als Nina Simone sämtliche musikalischen Einflüsse ihres Lebens. Aus den Gesangsstunden kennt sie Hunderte populäre Songs und Standards. Nun singt sie auch selbst dazu ("Entweder du singst, oder du bist gefeuert", droht ihr der Ladenbesitzer) und improvisiert über den Melodien, wie sie es in den Gospelgottesdiensten ihrer Kindheit gelernt hat – aber mit Motiven aus der klassischen Musik.

Diese Methode wird sie in den nächsten Jahrzehnten auf so ziemlich jedes Genre anwenden und dadurch ihren ganz eigenen, grenzenlosen Musikkosmos erschaffen. Das Etikett Jazzsängerin hingegen hat ihr nie gefallen. Schwarze Frau + Musikerin = Jazz? Nein: "Ich passte nicht in die Vorstellungen der Weißen, wie ein schwarzer Künstler zu sein hatte."

Ihrem Erfolg steht das nicht im Weg. Bald lauschen im Midtown Hipster und Beatniks Nina Simones unerhörter Musik. 1958 erscheint ihre erste LP (Little Girl Blue) auf Bethlehem Records. Die Single-Auskopplung mit ihrer Version von George Gershwins I Loves You, Porgy wird ein Hit. 1959 unterschreibt Nina Simone bei Colpix, dem Musikunternehmen von Columbia Pictures. Ihre erste LP für das Label heißt schlicht und unbescheiden The Amazing Nina Simone.

Für die erstaunliche Nina Simone aber ist das alles nur ein Mittel zum Zweck. Sie versäumt keine Klavierstunde. Sie braucht Geld für ihre klassische Ausbildung. Und das Geld kommt. Den ersten Scheck ziert eine Eins mit vier Nullen. Zehntausend Dollar! Sie schickt einen Teil an "Momma", mietet sich eine Wohnung in der 103. Straße – "prachtvoll, mit sieben pastellfarbenen Räumen" – und kauft sich ein Mercedes-Cabrio, stahlgrau, mit roten Ledersitzen. So kreuzt sie durchs "Village", das intellektuelle Zentrum New Yorks, in dem John Coltrane, Bob Dylan und Woody Allen die gefeierten Talente sind. Nina Simone gehört dazu. Colpix bringt eine Platte nach der anderen von ihr heraus. Und als Frank Sinatra Anfang der sechziger Jahre hört, dass Nina Simone bei einem seiner Konzerte im Publikum saß, sagt er: "Warum hat mir das keiner gesagt? Warum ist sie nicht zu mir nach oben gekommen?"

Sogar die Liebe scheint zu glücken. 1961 lernt sie Andy Stroud kennen. Die beiden werden ein Paar, er managt ihre Karriere, treibt sie an. Die Ehe wird daran – und an Strouds Gewalttätigkeit – zerbrechen. Vorerst aber: Ruhm, Anerkennung. Nur nicht für das, was sie ursprünglich wollte. Jahrelang straft Nina Simone ihr eigenes Schaffen, die populäre Musik, mit heimlicher Verachtung. Bis zum Jahr 1963. Mississippi Goddam. Indem sie ihre Kunst in den Dienst der Bewegung stellt, schenkt sie sich selbst die Würde zurück, die ihr die Ablehnung am Curtis Institute geraubt hat.

Zu ihrer politischen Mentorin wird Lorraine Hansberry, die erste schwarze Dramatikerin, die einen Broadway-Hit schrieb: A Raisin in the Sun von 1958 – benannt nach einer Zeile des afroamerikanischen Dichters Langston Hughes: "What happens to a dream deferred? Does it dry up like a raisin in the sun?" Was geschieht mit einem aufgeschobenen Traum? Verdorrt er wie eine Rosine in der Sonne?

Ihre Haltung bleibt militant

1964 und 1965 scheint der Traum, Martin Luther Kings dream, zum Greifen nah. Die Schranken der politischen Diskriminierung fallen; unter Präsident Lyndon B. Johnson werden das Bürgerrechts- und das Wahlrechtsgesetz verabschiedet. Nina Simone lernt in diesen Jahren die intellektuellen Köpfe des Black Movement kennen. Mit Lorraine Hansberry diskutiert sie "über Marx, Lenin und die Revolution – echte Frauenthemen". Sie befreundet sich mit Betty Jean Sanders, der Frau des Black-Muslim-Aktivisten Malcolm X. Sie trifft Martin Luther King. Die südafrikanische Sängerin Miriam Makeba wird zu ihrer Vertrauten, und sie knüpft enge Kontakte zum SNCC, dem Student Nonviolent Coordinating Committee, einer der wichtigsten Institutionen des jungen schwarzen Befreiungskampfes in den USA.

Den Vorsitz dort führt der charismatische Stokely Carmichael, Miriam Makebas Lebensgefährte. Seine Idee der Black Power, der schwarzen Selbstermächtigung, bewegt auch Nina Simone. Nach ihren Konferenzen sitzen die SNCC-Aktivisten oft bis in den Morgen zusammen – zu Simones Musik: "Mitarbeiter des SNCC erzählten mir stolz, die einzigen Sachen, die in ihren Büros gestohlen würden [...], seien Bücher und Nina-Simone-Platten."

In den kommenden Jahren spielt sie den Soundtrack zu ihrem gemeinsamen Kampf. Kurt Weills und Bertolt Brechts Pirate Jenny wird in ihrer fulminanten Interpretation zu einem antirassistischen Lehrstück. Sie singt das durch Billie Holiday weltberühmt gewordene Strange Fruit – die seltsamen Früchte, die hier an "southern trees" hängen, sind die Leichen gelynchter Schwarzer. Sie schreibt das feministische Four Women und im Andenken an Lorraine Hansberry, die jung an Krebs stirbt, ihr tausendfach zitiertes Young, Gifted and Black. Ihre Haltung bleibt militant. Sie fragte sich, "ob man uns als schwarzen Bürgern eine Rolle in der amerikanischen Gesellschaft zugestand. Und sollte Amerika Nein sagen, sollte es uns die Tür nicht öffnen, mussten wir stark genug sein und sie eintreten." Bürgerrechte allein schaffen eben noch keine gerechte Gesellschaft. Carmichaels Black Power wird das neue Schlagwort. Soziale Fragen rücken in den Mittelpunkt der Proteste. Dann, am 4. April 1968, wird Martin Luther King auf dem Balkon des Lorraine Motel in Memphis von einem weißen Rassisten erschossen.

Drei Tage später steht Nina Simone auf der Bühne des Westbury Music Fair in New York. Das Konzert wird wenig später unter dem Titel Nuff Said! veröffentlicht. Genug geredet! Eine Kampfansage, resigniert und wütend, doch der Höhepunkt der LP ist ein Requiem. Why? (The King of Love Is Dead), geschrieben von Nina Simones Bassisten Gene Taylor, ist das fast sakrale Pendant zu ihrem zornigen Mississippi Goddam fünf Jahre zuvor. Wir hören sie kraftvoll singen und leise zum Publikum sprechen über den Tod Kings, über die Angst, ermordet zu werden ("my God... they’re shooting us down... one by one") und über all diejenigen, die in den Jahren des Kampfes "von uns gegangen" sind. "But we have remaining", sagt sie dann und zählt auf: "Monk, Miles..." – "Nina!" ruft es aus dem Publikum. Sie lacht: "I love you, too."

Ja, noch liebt sie und singt sie. Eine Frau, "die innerlich brannte", wie sie selbst sagte – und die sich an den Rand des Zusammenbruchs manövriert hat. Sie trinkt schon lange nicht mehr Milch nach ihren Konzerten. Sie ist berüchtigt für ihre Wutausbrüche, für ihre Gier nach Liebe und Aufmerksamkeit, und sie ist tief verzweifelt über den Zerfall der Bürgerrechtsbewegung, die ihrem Leben Sinn und Halt gab.

1987 wird ausgerechnet das harmlose "My Baby Just Cares for Me" zum Hit

Nach dem Mord an Martin Luther King brechen im ganzen Land Unruhen aus. Die Polizei verhaftet rund 10.000 Menschen, 39 kommen bei den Aufständen ums Leben. Nina Simones Leben verfinstert sich. "Es kam nicht plötzlich", schreibt sie später. "Aber diese Gefühle wurden immer intensiver, bis ich mich irgendwann, gegen Ende der sechziger Jahre, im Spiegel betrachtete und zwei Gesichter sah: Ich wusste, dass ich zwar gern schwarz und eine Frau war, aber dass es genau meine Farbe und mein Geschlecht waren, die mich [...] kaputt gemacht hatten." Ihre letzte – und vielleicht beste – LP für RCA (wo sie seit 1967 unter Vertrag ist) erscheint wenige Jahre später, 1974. Sie trägt den Titel It Is Finished.

Tatsächlich geht in den frühen siebziger Jahren etwas zu Ende. Nina Simones Ehe scheitert, ihre geliebte Schwester Lucille stirbt, ihr Vater stirbt, die Bewegung stirbt. Mehrere Monate verbringt sie mit ihrer Tochter Lisa auf Barbados, wo sie eine verzweifelte Affäre mit dem Ministerpräsidenten anfängt. 1974 geht sie nach Liberia, schließlich siedelt sie nach Europa über. Ihr Leben ist zerrissen, mal voll wilden Glücks, immer wieder aber quälend einsam.

Nach einigen Jahren steht sie wieder auf der Bühne, von 1978 an nimmt sie wieder Platten auf. An ihre große Zeit jedoch kann sie nicht mehr anknüpfen, und als sie 1987 unverhofft einen Welthit landet, wirkt es beinah wie Hohn: Ausgerechnet das harmlose My Baby Just Cares for Me von 1958 stürmt nun die Hitparaden, nachdem Chanel es für eine Parfumwerbung verwendet hat. Ausgerechnet ein Stück, das Nina Simone für belanglos hielt, ist seitdem für viele Hörer als einziges mit ihrem Namen verknüpft. Und ausgerechnet eine Aufnahme von ihrer Debüt-LP, deren sämtliche Rechte sie abgetreten hat, muss diesen Erfolg haben...

What happens to a dream deferred? Does it dry up like a raisin in the sun?

Am 21. April 2003 starb Nina Simone in dem kleinen südfranzösischen Ort Carry-le-Rouet, in den sie sich zurückgezogen hatte. Dass fünf Jahre darauf erstmals ein Afroamerikaner US-Präsident wurde, hätte sie gewiss begeistert, und doch hätte sie auch gewusst, dass dies nicht die ganze Revolution ist: "Für die Mehrheit der Schwarzen bleibt die Lage hoffnungslos. Die Reichen sind zu reich und die Armen zu arm", sagte sie 1997. Ein Satz, der, wie ihre Musik, auch heute noch schmerzhaft wahr ist.