Haben Sie schon einmal einen Pfeilschwanzkrebs gesehen? Eigentlich ist das bis zu 60 Zentimeter lange Tier gar kein Krebs, sondern ein Verwandter der Spinnen. Es lebt an sandigen Küsten in Tiefen von mindestens zehn Metern. Als ich am Strand von Montauk zum ersten Mal einen Pfeilschwanzkrebs sah, dachte ich, ein Urzeittier habe sich in unsere Zeit verirrt. Tatsächlich gab es diese Tiere schon vor 400 Millionen Jahren: lebende Fossilien. Unter dem Panzer, der vor mir im Sand lag, war aber schon kein Leben mehr. Auch Pieter Holsteijn der Jüngere (1614 bis 1673) hatte wohl ein totes Exemplar vor sich, als er Mitte des 17. Jahrhunderts in Haarlem ein Bild davon malte. Er war ein Spezialist für Naturdarstellungen, besonders für Tulpen und Insekten. Zehn seiner Blätter mit "alderhande kruypende en vliegende Gedierten" bietet der Münchner Kunsthandel Daxer & Marschall nächste Woche auf der Kunstmesse Tefaf in Maastricht für 420.000 Euro an. Hirschkäfer, Schmetterlinge und eine Grille hat der Künstler penibel bis ins Detail in Tusche und Aquarellfarben festgehalten und die Erhöhungen mit Weiß oder gar Gold ausgeführt, um die Tiere plastischer wirken zu lassen. Manche hat er sogar mit einer dünnen Schicht Gummi Arabicum überzogen, sodass ihre Oberfläche schimmert wie ein echter Chitinpanzer.