Georg Schweiger beglückte vor einem Jahr nicht nur mit einer beeindruckenden schachkulturellen Ausstellung im Museum Grafing bei München (ZEITmagazin Nr. 4/12), sondern ist als Spitzenspieler der Schachunion Ebersberg-Grafing auch mit den Freuden und Tücken des Turnierspiels bestens vertraut. Und vielleicht finden er (und Sie?) sich in den Überlegungen von Professor Robert Desjarlais’ Counterplay: An Anthropologist at the Chessboard wieder, der eine Zeit lang seine akademische Karriere zugunsten des Schachspiels aufgab.

"Für manche ist Schach ein zufällig am Weg aufgelesenes Hobby, für andere eine Kathedrale aus Wahrheit und Schönheit. Etliche Beweggründe lassen uns Schach spielen. Oft wegen des Dramas, das jede Partie verspricht, die Herausforderung, seine Kräfte mit denen des anderen zu messen, die faszinierende Vielfalt jeder Schachstellung, die verlockende intellektuelle Konversation zwischen zwei Geistern während einer Partie, wobei wir in eine reine Gedankenwelt jenseits aller Alltagsprobleme gleiten, der Genuss, etwas Kreatives entdeckt zu haben... Es ist ein Haufen intensiver Gefühle, die das Leben der Schachspieler durchwogen."

Wir machen nun den Sprung zu Georg Schweiger bei der Offenen Internationalen Bayerischen Meisterschaft in Bad Wiessee, als er als Weißer, vermutlich voller intensiver (Glücks-)Gefühle, den letzten Zug f7–f6 des FIDE-Meisters Michael Stockmann fürchterlich bestrafte. Wie?

Lösung aus Nr. 10:

Weiß zieht an und setzt im dritten Zug matt. Das machen die Trippelbauern d4-d5-d6 ganz alleine. Es beginnt mit 1.d6-d7! Gleichgültig, wie Schwarz reagiert, ob mit 1...Ke3 oder 1...Kf4 und weiterer Flucht nach g4 oder f2 oder einem anderen Zug, es folgt 2.d5-d6! und schließlich 3.d4-d5 matt!