Wer kennt sie nicht, die beeindruckende Geschichte vom Highlander, dem unsterblichen Krieger. Er altert nicht und bewegt sich, wie es im Prolog zu seiner Filmbiografie heißt, lautlos durch die Jahrhunderte, viele geheime Leben lebend. Er kämpft, dem Guten zum Sieg zu verhelfen, und taucht deshalb oft an unerwarteten Orten auf, etwa in einer Tiefgarage. Nun tritt eine neue Reinkarnation des Helden aus dem Hochland sogar in der SPÖ-Parteizentrale in Erscheinung. Seine Devise "Es kann nur einen geben!" beseitigte rasch jeden Zweifel: Ja, er ist’s. Wegen seines stets unbekümmerten, jugendlichen Aussehens wird er häufig unterschätzt. Auf den ersten Anschein mag man ihm gar nicht zutrauen, dass er das Chaos, das in dieser Schaltzentrale der Regierungsmacht herrscht, beseitigen könnte. Doch er ist eine der mythischen Figuren, die von Zeit zu Zeit die Fantasie der Innenpolitik beleben. Er verfügt über jenen tollkühnen Wagemut, der alle wahren Helden auszeichnet. Es gibt keine Aufgabe, vor welcher dieser Nachfahre eines kroatischen Burgenländer-Clans zurückschrecken würde. In einem viel früheren Leben war der neue Highlander aus dem Tiefland Verteidigungsminister. In dieser Funktion führte er seine Krieger durch die brennenden Wüsten des Tschad. Dort sicherte er mit lediglich einer Handvoll unerschrockener Soldaten Tausende Kilometer unwegsamen Grenzlandes. Noch heute rätseln Militärstrategen in der ganzen Welt, wie dieses schier unmögliche Himmelfahrtskommando so erfolgreich zu einem Ende geführt werden konnte. Das war allerdings nur eine Fußnote, verglichen mit seinem nächsten großen Sieg. Er verhinderte, dass eine professionelle Söldnertruppe an die Stelle der altbewährten Streitmacht aus wehrpflichtigen Bürgersoldaten trat. Dazu gebrauchte er eine schlaue Kriegslist: Er sprach sich für das Gegenteil aus, und schon war die Idee gestorben. Jetzt harrt nur mehr eine finale Aufgabe auf ihn: Er soll auf immerdar den großkoalitionären Frieden sichern. Eine Herausforderung, eines Highlanders würdig. Es kann wahrlich nur einen geben.