Kaum eine Hautcreme kommt ohne Prädikate wie dieses aus: "Von Dermatologen getestet." Man wüsste natürlich gerne mehr über diese Tests. Was genau haben die Hautärzte ausprobiert? Ob sich damit Wildlederschuhe imprägnieren lassen? Haben sie damit gar die Alufelgen ihrer Geländewagen poliert? Wir wissen es nicht. Wir sollen es ja auch nicht wissen, sondern lediglich eingelullt werden durch den guten Glauben, verantwortungsbewusste Mediziner würden sich um unser Wohlergehen sorgen.

Unweigerlich fühlt man sich an den Film Thank You for Smoking erinnert. Dabei präsentiert der Lobbyist einer Zigarettenfirma einen – natürlich mit üppigen Tabakgewinnen finanzierten – Auftragswissenschaftler namens Erhardt von Grupten Mundt in einem bizarren Forschungslabor. Aus dem Off die Stimme: "Der Mann ist ein Genie. Er untersucht seit 30 Jahren den Zusammenhang zwischen Nikotin und Lungenkrebs. Ohne irgendwelche konkreten Ergebnisse." Na, wen wundert’s bei solchen Arbeitsbedingungen? Auf Zigarettenschachteln könnte man heute guten Gewissens den Spruch "Von Lungenärzten getestet" drucken. Ist ja richtig. Und sagt nichts über das Testergebnis.

Zugegeben: Hautcremes sind alles in allem wohl weniger schädlich als Zigaretten. Vielleicht sind manche sogar hilfreich. Aber womöglich erweisen sich die allermeisten der hochpreisigen Näpfchen auch als völlig nutzlos im Kampf gegen Falten und andere Spuren der Zeit. Letztlich können das nur die Dermatologen verraten, sofern sie dieser Frage in ihren Tests überhaupt nachgegangen sind. Dann allerdings würde man schon gerne das Ergebnis der Untersuchungen erfahren.