Eine Suite im Hotel Ritz-Carlton, Berlin. Dreißig Minuten Interviewzeit. Er ist hier, um seinen neuen Film "Broken City" zu promoten (Mark Wahlberg als ausrangierter Cop, Russell Crowe als korrupter New Yorker Bürgermeister). Der Interviewer hat große Lust, mit diesem Mark Wahlberg zu sprechen – auch deshalb, weil der so angenehm weit weg von einem Genie ist, dafür aber natürlich schon Großes geleistet hat. Wahlberg, bald 40 Jahre alt, hatte die toughe Jugend, die sich als klassisch amerikanische Aufstiegsgeschichte gut macht: mit 16 wegen Körperverletzung im Gefängnis, dann Rapper, dann Unterhosenmodell, dann Hollywoodstar ("Boogie Nights", "The Italian Job", "The Departed"). Seit zehn Jahren ist Wahlberg außerdem Produzent von TV-Serien ("Entourage", "Boardwalk Empire"). Das nennt man: eine Karriere. Das Genre, in dem Wahlberg sich als Schauspieler ausgezeichnet hat, könnte man als "Brett" bezeichnen – das Brett wie tougher, temporeicher, auf dem neuesten Stand der Technik inszenierter Actionfilm (Wahlberg spielt gerne Cops, Gangster, Scharfschützen, Boxer). Da sitzt er – klein, austrainiert, breitbeinig. Er lächelt null. Er trägt – anders geht es nicht – eine fette Gold-Rolex am Handgelenk. Er sieht, wie in seinen Filmen, auf eine wirklich gute Art hart, verschlagen und streetwise aus: das Ghettokid, das es zum Hollywood-Tycoon gebracht hat. Gags sind mit ihm eher nicht möglich. Dieser Star wird, während er spricht, nur das Allernötigste sagen (wir können froh sein, wenn er zwei oder drei Antworten gibt, die nicht komplett formelhaft ausfallen). Es ist die Humorlosigkeit des Machers: Er hat das nächste Projekt im Kopf, nicht die bereits gelaufenen Filme. Einfache Fragen, kleine Fragen: klein anfangen.

1 Cops oder Gangster?
Gangster.

2 Bourbon or Scotch?

Scotch.

3 Jeans oder Anzug?

Jeans.

4 Schauspielern oder produzieren?

Beides.

5 Ruhm oder Familie?

Familie.

Yeah. Toll prollig dasitzender, keine Miene verziehender Star. Da kommt jetzt doch: ein klitzekleines Grinsen. Ein Hinweis darauf, dass er sich nicht querstellen wird. Für Mark Wahlberg wie für viele seiner berühmten Kollegen sind Interviews die reine Zeitverschwendung. Es bringt dem Erfolg des neuen Films wenig. Es bringt ihm geschäftlich nichts. Warum also anstrengen? Warum überhaupt Interviews geben? Sicher, er ist vertraglich dazu verpflichtet. Man muss davon ausgehen, dass bei diesem Wahlberg jetzt nicht mehr als etwa 20 Prozent seines Gehirns, seines Humors, seiner Aufmerksamkeit aktiviert sind.

6 Ihr ideales Körpergewicht?

82 Kilogramm.

7 Ihr derzeitiges Körpergewicht?

82 Kilogramm.

8 Welcher Muskel Ihres Körpers ist in Idealform?

Mein Bizeps.

9 Welcher Ihrer Muskeln braucht ein paar Extra-Trainingseinheiten?

Mein Arsch.

10 Ihre Lieblings-Workoutmaschine?

Der Boxring.

11 Ihre Lieblingsmethode, Gewicht zu verlieren?

Basketball spielen.

12 Welches Proteinshake-Produkt empfehlen Sie?

Marked.

Er spricht, natürlich, von seiner Sportnahrungsmittel-Firma, die 2012 auf den Markt kam. Der Werbespruch für Proteine von Mark Wahlberg lautet: "Get marked".

13 Wie kommentieren Sie den Körper Ihres 66-jährigen Kollegen Sylvester Stallone?

Eine Inspiration für jeden, der ernsthaft trainiert. Er ist in unglaublich guter Verfassung für sein Alter.