Nun ist sie also da, die sogenannte rot-schwarz-grüne Kenia-Koalition in Kärnten. Von der Farbenlehre ginge sie allerdings auch als Afghanistan-Koalition durch. In der Bundesregierung geben ja Rot und Schwarz den Ton an, was unter anderem eine Papua-Neuguinea-Koalition wäre. Jener Staat am anderen Ende der Welt ist ein Dorado für ethnologische Studienreisende. Er zeichnet sich durch ausgeprägte Stammesvielfalt aus, in der nur eine geringe Konsensfähigkeit herrscht. Rot-Blau hingegen ist hierzulande ein Farbenspiel, das seit geraumer Zeit noch nicht wieder salonfähig geworden ist. Das hängt aber wohl kaum damit zusammen, dass ebendiese Farben im Banner der Vereinigten Staat prominent hervorstechen. Vielmehr eignet sich diese Koalitionsvariante zu Assoziationen mit der Mongolei. In diesem fernen Land schwächte sich die ortsansässige Volkspartei durch interne Querelen dermaßen, dass sie schließlich die Wahl verlor. Bei einer absoluten Mehrheit der Grünen, die wagemutige Meinungsforscher für den Sankt-Nimmerleins-Tag prophezeien, entstünde eine Regierung nach Vorbild der Großen Sozialistischen Libysch-Arabischen Volks-Dschamahirija. Für den Fall einer Alleinregierung der Volkspartei findet sich allerdings kein Staat, der eine rein schwarze Flagge zeigen mag. Dieses Einparteienkabinett wäre gewissermaßen aus der Welt gefallen. Die rot-grüne Stadtregierung in Wien könnte nicht nur farblich, sondern auch wegen des Haushaltsdefizites als Burundi-Koalition angesehen werden. Dschibuti-Koalition hieße eine blau-grüne Zusammenarbeit in einer Regierung, weshalb sich der Wüstenstaat aufgrund der geringen Fruchtbarkeit, die dieser politischen Arbeitsgemeinschaft erwachsen würde, sehr zur Analogie eignet. Schwarz-Blau hingegen ist vorrangig in der Flagge der Bahamas vertreten, eines Geldwäscherparadieses. Was aber nicht viel bedeuten muss, historisch betrachtet jedoch sehr gut nachzuvollziehen ist. Natürlich sind derartige politische Flaggenparaden einfältige Metaphernspiele, aber sie zeigen immerhin, dass Koalitionen nichts anderes sind als Fähnchen im Wind.