Wie bringt man jemanden dazu, sich zu bewegen? Sport zu machen? Abzunehmen? Fest steht: Es geht leichter, wenn man sofort anfangen kann. Mühelos. Und wenn jeder kleine Schritt zählt. Das ist das Prinzip des Fitbit Zip. Ein Gerät, klein wie eine Brausetablette, das ich einfach in die Hosentasche stecken kann. Und bis ich morgens in der Redaktion bin, hat es schon 2600 Schritte gezählt. Ein paar Besprechungen später – wir haben lange Flure – sind es bereits 2946. 2,27 Kilometer. 1171 verbrannte Kilokalorien. Der Mund auf dem Display lächelt. Na also!

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Per Bluetooth gehen die Daten an die Fitbit-Seite im Netz. Dummerweise habe ich dort vermerkt, ich wolle fünf Kilo abnehmen, und das schnellstmöglich. Das rächt sich nun. Kaum habe ich mein Morgenmüsli eingetragen und hat das Programm mein bisheriges Bewegungsverhalten hochgerechnet, erfahre ich, dass ich heute nur noch 918 Kilokalorien verzehren darf: kaum mehr als ein großer Salat. Mein Fitnessziel runterschrauben? Niemals! Glücklicherweise verbrennt man nicht nur beim Gehen Kalorien. Auf der Seite ist der Energieverbrauch diverser in den USA – dort kommt das Gerät her – beliebter Tätigkeiten gespeichert, von "Angeln, auf dem Eis" über "Pistolenschießen" und "Ruhiges Liegen vor dem Fernseher" bis hin zu "Festnahme, stehend" (lohnt sich kalorientechnisch erstaunlich wenig). Nicht Gelistetes – "Schreiben eines Textes" – lässt sich selber anlegen und einberechnen. Nach dem Mittagessen, nur Gemüse, trotzdem der Schreck: "Oh je!", warnt die Fitbit-Seite. "Du bist 1154 über deinem täglichen Ziel von 1329 kcal. Verbrenne mehr Kalorien." Die Tätigkeitentabelle sagt, drei Stunden Galoppreiten könnten helfen, aber ich habe kein Pferd. Also verzichte ich abends auf die U-Bahn und gehe zu Fuß heim. 8,34 Kilometer zeigt der Zähler, eine Glückwunschmail pingt in mein Postfach. Aber immer noch 600 Kilokalorien zu viel! Ich ziehe mein Laufzeug an. Als ich unter die Dusche wanke, sind kaum noch Kilokalorien über, und der Zähler steht auf 14,23 Kilometer.

Über die Fitbit-Seite kann man sich mit Freunden und Fitbit-Gruppen weltweit connecten und vergleichen. Welch Triumph! In Griechenland wäre ich mühelos Erster. In der Hamburger Gruppe lande ich immerhin auf Platz zwei. Ich öffne einen Rotwein. Und die Kalorien trage ich erst morgen ein.

Technische Daten

Bauart: kabelloser Aktivitäts-Tracker
Messung: bis 7 Tage minutengenau
kompatibel zu Bluetooth- Standard 4.0 
Betriebssysteme: Windows, Mac OS
Stromversorgung: 3-V-Knopfzelle
Basispreis: 59,95 Euro

Mark Spörrle ist stellvertretender Chef vom Dienst der ZEIT