Letzte Woche berichtete ich, dass Schach in Aserbaidschan noch vor Fußball der nationale Sport Nummer eins sei. In der Sowjetunion wurden Karpow und Kasparow mehrfach "Sportler des Jahres", und in Indien ist Weltmeister Viswanathan Anand gerade nicht nur zum Sportler des Jahres, sondern sogar zum "Inder des Jahres" gekürt worden. Doch bei soviel Stolz und Freude ist ein Wermutstropfen meist nicht weit. In New in Chess lese ich, dass die Philadelphia Daily News die Frage "Was ist Sport?" so beantwortete, dass sie körperliche Faktoren wie Leistungskraft und Geschicklichkeit neben kompetitiven berücksichtigte, und neben offensichtlichen Sportarten wie Fußball, Schwimmen und so weiter auch "exotischere" wie Armdrücken, Bullenreiten, Wettessen und, tja, auch Schach.

Obwohl Schach in punkto Wettbewerb 100 Prozent erzielte, schnitt es bei den körperlichen Faktoren jämmerlich ab. Ich vermute, dass die Zeitung meine Untersuchungen Ist Schach Sport? von 1981 nicht kannte, als wir bei Schachspielern während ihrer Partien körperliche Parameter wie Herz- und Atemfrequenz, Blutdruck, Blutgase, Katecholamine et cetera untersuchten. Selbst Wettessen stand bei der US-Zeitung noch vor Schach, nur Pokern sei noch weniger sportlich. Nun spielt Magnus Carlsen (22) zwar gut Fußball, aber noch deutlich besser Schach. In Wijk aan Zee gewann er klar vor Anand, Aronjan & Co., wobei ihm als Weißem gegen Ivan Sokolov ein feiner Entscheidungszug gelang. Was war’s? 

Lösung aus Nr. 13:

Einer der weißen Freibauern macht das Rennen zur Verwandlung in eine neue Dame. Nur wie? Nach 1.Lb5!, was dem schwarzen König das wichtige Feld c6 nimmt, ist der Vormarsch eines der Bauern nicht mehr aufzuhalten. Nach 1...Kc5 2.b7 gab Schwarz auf