Queen Victoria was not amused: "Feministinnen", schrieb die Monarchin 1870 in einem Brief, "verdienen eine ordentliche Tracht Prügel." Wer sein Geschlecht verleugne, werde dadurch zum "hassenswertesten, gottlosesten und widerlichsten Wesen" und sei "mit Sicherheit ohne männlichen Schutz dem Tode anheimgegeben".

Amelia Edwards ließ sich davon nicht beirren. Sonnenverbrannt, in staubigen Röcken und dabei quicklebendig, irritierte sie im Jahre 1873 die feinen Gäste des Shepheard Hotels in Kairo, wenn sie am Abend aus den Felsentempeln von Abu Simbel zurückkehrte, wo sie mit bloßen Händen farbenprächtige Friese freilegte.

Ihr Reisebericht A Thousand Miles up the Nile erschien erstmals 1878 und findet sich bis heute im Handel. Edwards ist eine von sieben Pionierinnen der Archäologie, die Amanda Adams in ihrem Buch Scherben bringen Glück porträtiert, begleitet von zahlreichen Zeichnungen, Stichen und Fotografien. Allesamt setzten sich die reisefreudigen Frauen über Konventionen hinweg und nahmen enorme Strapazen in Kauf, um die damals noch junge Wissenschaft voranzutreiben: Jane Dieulafoy, die in Persien in Männerkleidung forschte; Zelia Nuttall, die in Mexiko eine mixtekische Handschrift aufspürte; Gertrude Bell, die maßgeblich zur Gründung des irakischen Nationalmuseums beitrug; Harriet Boyd Hawes, die auf Kreta forschte und als erste Frau allein eine archäologische Grabung leitete; Krimiautorin Agatha Christie, die sich auf einer Reise in den Irak in die Archäologie verliebte – und einen jungen Grabungsassistenten; Dorothy Garrod, die unter anderem in Palästina steinzeitliche Funde untersuchte, wurde 1939 zur ersten Professorin an der Universität Cambridge. Ein schönes, spannendes Buch über furchtlose, kluge Frauen, verschüttete Schätze und den Reiz des Rätsellösens.