Chocolate con churros. Ein traditionelles Frühstück, das Nachtschwärmer gerne schon vor dem Schlafengehen genießen. Gegen eine Tasse zähflüssiger, bitterer Schokolade mit frittiertem Spritzgebäck hat der Kater angeblich keine Chance. Gut, dass beliebte Churrerías wie die Chocolatería San Ginés schon im Morgengrauen öffnen. Um die Jahrhundertwende stärkten sich hier Arbeiter vor der Frühschicht. (Pasadizo de San Ginés 5, Sol, Tel. 0034-91/3656546)

El Viso. In den Dreißigern wollten auch die spanischen Architekten Schluss machen mit dem Prunk vergangener Tage. Hell, praktisch und erschwinglich sollten die Häuser sein. So entstand ab 1934 die Colonia de El Viso, ein Viertel im Stil des "racionalismo madrileño". Zweigeschossige Flachbauten mit teils runden Wänden, die sich einfügen in das üppige Grün um sie herum. Ein guter Ort für einen Spaziergang. (U-Bahn: República Argentina)

Heladería Yoli. Ein winziger Laden, nicht viel breiter als die hellblau gestrichene Tür, durch die man ihn betritt, um süße Köstlichkeiten zu kaufen. Die Inhaberin Yolanda ist berühmt für ihr cremiges Sahneeis und ihren Pioniergeist. Sie war 1993 eine der Ersten, die in dem damals verrufenen Lavapiés ein Geschäft eröffneten. Unbedingt die Mandelmilch probieren! (Calle Argumosa 7, Lavapiés. Tel. 0034-91/5288009)

Madrid3. Souvenirs sind furchtbar, aber mitbringen will man ja schon etwas. Javier Rodríguez’ Laden ist eine gute Adresse für alle, denen der Sinn nicht nach Stierkampfplakaten oder Flamencopüppchen steht. Er verkauft den Madrider Gullideckel als Fußabtreter oder Kerzen in Form eines Hochhauses, das 2005 abbrannte. Besonders beliebt: ein Gemäldedruck, auf dem der Riesenroboter Mazinger Z durch die Gran Vía stapft (Calle de la Cruz 35, Sol, Tel. 0034-627/452053)

Königspalast. Fußlahm nach Einkaufsbummel? Dann ist es Zeit, die Beine auf einer der weißen Steinbänke im Park vor dem Königspalast auszustrecken. Im Hintergrund plätschert ein Brunnen, auf steinernen Sockeln bäumen sich Pferde. Der viele Stein speichert die Sonnenwärme, und die Bäumchen und Hecken, zu Kugeln oder Zylindern gestutzt, fangen den Wind ab. (U-Bahn: Ópera)

Lladró. Ja, sie sind kitschig, diese porzellanenen Regalfiguren von Liebenden, Kindern und nackten Engeln. Aber wer genau hinsieht, kann in den Kreationen von Lladró zauberhafte Details entdecken. Seit einiger Zeit arbeitet die Manufaktur mit jungen Designern wie Jaime Hayon zusammen. Lustig sind auch die Werke aus der Reihe Parrot Party: Vasen, Lampen, Kerzenständer, auf denen blaugraue Sittiche hocken. Wer nichts kaufen will, kann zum Staunen vorbeikommen. (Serrano 68, Salamanca, Tel. 0034-91/4355112)

Straßenschilder. Sie sind in Madrids Altstadt unterwegs und sprechen kein Wort Spanisch? Schauen Sie sich die gekachelten Straßenschilder an. Die nennen nicht nur Namen, sondern stellen historische Szenen dar. So kann jeder in die Stadtgeschichte eintauchen. Man erfährt, wo in Madrid früher Mauren lebten und wo die Stadtmauer stand und wie Isabel II. ihr Haar trug.