Endlich reagiert Österreich auf globale Bedrohungen. Nun kann auch ein rabiater Diktator in Nordkorea das Land nicht mehr schrecken, denn das Bundesheer rüstet auf. Es werden 18 Drohnen beschafft. Dazu besteht auch absolute Notwendigkeit. Kaum sieben Kilo bringt das neue Fluggerät auf die Waage, sicherheitstechnisch ist es aber ein Schwergewicht. Mit einer unauffälligen Flügelspannweite von bis zu zwei Metern werden die Drohnen bei künftigen Auslandseinsätzen unentbehrlich sein. Unbemannt – gendergerecht, wie die Streitkräfte sind, muss hinzugefügt werden: natürlich auch unbefraut – schwirren die kleinen Geheimwaffen dann über Krisenregionen und liefern wichtiges Bildmaterial. Auf öffentliche Ausschreibung für diesen Beschaffungsvorgang haben sich bereits Hersteller aus verschiedenen Länder gemeldet. Gewiss werden die Experten der zuständigen Kommission nach neutralen, ausschließlich an technischen Vorgaben orientierten Kriterien entscheiden, wer letztlich den Zuschlag erhält. Nur krankhafte Nörgler glauben, jetzt schon wieder an kleinere Ungereimtheiten, die einst beim Erwerb des Eurofighter-Geschwaders aufgetreten sein sollen, erinnern zu müssen. Dabei wird übersehen, dass die Drohnen über ihre militärische Kernaufgabe hinaus zahlreiche andere Aufträge übernehmen könnten. Da österreichische Auslandseinsätze, britisch formuliert, überschaubar sind, wären die unscheinbaren Aufklärer sicher auch in der Innenpolitik gut einzusetzen. Regelmäßige Kontrollflüge über der benachbarten Steueroase Liechtenstein wären geradezu im Namen der nationalen Sicherheit eine vorrangige Aufgabe. Wer kommt, wer geht auf diesem verschwiegenen Bankplatz aus und ein, es wäre nicht länger ein finsteres Geheimnis. Mithilfe einer Gesichtserkennungssoftware könnten die Finanzfahnder bequem von ihrem Einsatzzentrum aus Schwarzgeldboten und Steuerhinterzieher, die Geld außer Landes schaffen wollen, aufspüren und enttarnen. Gut möglich, dass die Drohnen dabei so mancher Million aus öffentlichen Mitteln, die gegenwärtig noch als verschwunden gilt, auf die Spur kommen können.