Die Wahl des richtigen Mineralwassers ist nicht gerade einfach. Sollte es aus deutschen oder französischen Quellen stammen? Von kanadischen Gletschern oder aus australischen Regenwolken? Wurde es über Edelsteinen verwirbelt oder bei Vollmond auf Flaschen gezogen? Das Wassergeschäft ist hochinnovativ. Die Kaufentscheidung will wohlüberlegt sein.

Für die meisten stellt sich vor allem die Frage, ob Wasser Kohlensäure enthalten soll oder nicht. In beiden Fällen kann Wasser sogar "für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet" sein, wobei erfahrene Eltern stets ein Wasser ohne Blubberblasen verwenden, um ohrenbetäubende Bäuerchen zu vermeiden. Deswegen nennt man Wasser ohne Kohlensäure auch "stilles" Wasser.

Vielleicht gibt es noch andere Gründe, aber im Großen und Ganzen kam die Menschheit mit diesen Klassikern bislang gut über die Runden: "Mit Kohlensäure" blubberte stark, "medium" blubberte wenig und "still" blubberte gar nicht. Das konnte man verstehen. Nun aber haben die Adelholzener Alpenquellen eine vierte Version eingeführt. Sie heißt "extra still".

"Extra still" ist nicht etwa stiller als normales stilles Wasser, denn weniger als keine Kohlensäure bekommen sie auch am Alpenrand nicht in die Flasche. Nein, "extra still" enthält "sehr wenig Kohlensäure", so steht es auf dem Etikett. Gemeint ist also: Etwas weniger als wenig, in jedem Fall aber etwas mehr als nichts. Ein ganz klein bisschen sozusagen. Vielleicht ein oder zwei ausgewählte Blubberblasen auf 0,75 Liter?

Man muss den Adelholzener Alpenquellen zugute halten, dass sie ihr eigenes stilles Wasser nicht "still" nennen, sondern "naturell". Als Kunde hätte ich freilich gar keine vierte Blubberblasenvariante gebraucht. Aber vermutlich bin ich bloß innovationsfeindlich.