Regelmäßige Leser dieser Kolumne wissen, dass ich ein gewisses Faible für Seinfeld hege, diesen Klassiker unter den amerikanischen Sitcoms, alt, aber zeitlos, da Seinfeld menschliche Schwächen und die kleinen Absurditäten des Alltags so schön seziert, wie es kaum ein Wissenschaftler vermag. Star des Ganzen ist der Comedian Jerry Seinfeld, gespielt vom Comedian Jerry Seinfeld, was manchmal zu irritierenden Verschränkungen von Realität und Fiktion führt. Wie Seinfeld durch sein Leben in New York stolpert, begleitet von seiner Ex Elaine, seinem Freund George und seinem Nachbarn Kramer, das ist die Show. Es ist in der Tat eine show about nothing, wie sie George in einer großartigen Folge selbst einmal nennt.

Diese show about nothing hat nach der jüngsten Verwertungsrunde nun insgesamt 3,1 Milliarden Dollar eingespielt, wie die britische Financial Times dieser Tage berichtete. Die letzte Folge der Sitcom lief 1998, doch gesendet, verkauft und verwertet wird Seinfeld bis heute. Weltweit. Der Erfolg dieser Serie ist ein Lehrstück über Qualität, clevere Vermarktung und den Wert einer treuen, sich immer wieder erneuernden Anhängerschaft. Zumindest ein kleiner Teil der 3,1 Milliarden Dollar stammt von mir, denn ich zähle zur Schar derer, die sich alle neun Staffeln von Seinfeld zugelegt haben. 180 Folgen von jeweils einer knappen halben Stunde. Es dauert, bis man sie alle durch hat, aber es lohnt sich, das Geld und die Zeit zu investieren. Manche Folgen kann man gar nicht häufig genug schauen. The Soup Nazi zum Beispiel.

Jerry Seinfeld allein soll bis heute Hunderte Millionen verdient haben, seine Autosammlung gilt als legendär und soll Dutzende Wagen umfassen. Es sei ihm gegönnt. Und das ist sie auch schon, die Geschichte, die jeder einmal gerne erzählen würde: die Geschichte, wie man aus nichts viele Milliarden machte. Next!