Dieses Lied! Man erkennt es auf Anhieb, beim ersten Ton, beim ersten Wort. Natürlich gibt es viele Songs, die so funktionieren, sich frech ins Gehör einnisten und da bleiben. Aber dieses eine Lied ragt heraus, hat längst Generationen überdauert, Geschichte geschrieben. Und heute, im Rückblick, ist klar, warum: Es war ein Appell an die Klugheit der Herzen. Und für den, der es sang, wurde es zur Essenz seines Lebenswerks.

Dass einer wie er es weit bringen würde, war anfangs kaum zu erwarten. Seine Kindheit, das sind Hunger und Elend, ein prügelnder Vater, eine bildhübsche, bettelarme Mutter. Als diese sich nicht mehr über Wasser halten kann, kommt der Junge noch vor seinem 10. Geburtstag für einige Zeit zurück zur Großmutter in das Heimatland der Mutter. Und letztlich war das sein Glück: Hier hört er die Musik, die später sein Markenzeichen wird. Und er hat wohl doch viel in die Wiege gelegt bekommen, was ihn zum Star prädestiniert: gutes Aussehen. Stimme. Rhythmusgefühl. Und den Willen, die Welt zu verbessern.

"Lass keinen Tag vergehen, an dem du nicht die Gelegenheit ergreifst, für Gerechtigkeit zu kämpfen" – das Credo der Mutter wird seines. Er weiß, er hat nichts zu verlieren, kann nur gewinnen. Mit 19 besucht er ein Theater: "Das war eine Offenbarung. Ich wusste vom ersten Moment an, dies ist der Ort, an dem ich leben möchte." Eine sagenhafte Karriere beginnt. Aber sein Ziel heißt nicht nur Ruhm. Während er das Publikum musikalisch erobert, führt ihn seine Mission mehrfach um den Globus. Feine Hotels, finstere Slums, die Gegensätze sind oft kaum zu ertragen.

Einer seiner Manager entpuppt sich als Hochstapler und Spitzel, treue Weggefährten bezahlen ihren Mut mit dem Leben – er aber macht weiter.

"Ich bin kein Politiker, sondern Künstler", hat er oft gesagt, pures Understatement. Oder doch Überlebenstaktik? Jetzt, im fast biblischen Alter, hat er nichts von seinem Charisma eingebüßt. Und trotz vieler Rückschläge, Schmerzen und Tragödien hat er fast alle Ziele erreicht, "mehr, als wir für möglich gehalten hatten". Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 15:

Elisabeth Vigée-LeBrun (1755 bis 1842), Tochter des Malers Louis Vigée, war eine gesuchte Porträtistin und bevorzugte Malerin von Königin Marie-Antoinette. Sie verließ Frankreich in der Nacht des Sturms auf Versailles (6.10.1789)